1 August 2002

nova-Überblick: Technische Textilien August 2002

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “Technische Textilien” finden sich einige interessante Themen für unsere Leser:

Im Jahr 2000 erreichte der Weltmarkt für Verbundwerkstoffe 7,15 Mio. t (USA: 3,4 Mio. t, Europa 2,0 Mio. t und Japan 1,7 Mio. t). Bis 2006 soll der Weltmarkt auf rund 10 Mio. t expandieren. Glasfaser verstärkte Verbundwerkstoffe kommen weltweit auf 2,5 Mio. t – davon entfallen 28% auf Deutschland.

Die weltweite Glasfaserproduktion, deren Hauptabsatzmarkt diese Verbundwerkstoffe sind, wies 2001 einen Rückgang auf, von 2,58 Mio. t in 2000 auf 2,43 Mio. t in 2001, obwohl die weltweiten Produktionskapazitäten im Jahr 2003 auf 2,8 Mio. t anwuchsen. Mit Abstand größter Glasfaserproduzent sind die USA. (Seiten 124 und 174)

Nach einer Studie von Frost & Sullivan erreichte im Jahr 2001 in Westeuropa der Absatzmarkt für Autotextilien 253.000 t im Wert von 1,05 Mrd. US-$. In den nächsten Jahren wird mit einem Anstieg um 1,6% pro Jahr gerechnet. Wichtigste Einsatzbereiche sind (in Klammern der Faserverbrauch in der betreffenden Autotextilsparte): Reifencord (111.100 t), Bodenbeläge (71.700 t), Polsterstoffe (34.700 t), Airbags (22.000 t) und Sicherheitsgurte (13.200 t).

Im Faserverbrauch rangieren die vielseitigen Polyesterfasern mit 105.000 t und einem Anteil von 41% mit Abstand an der Spitze. (Seite 126)

Die textile Marktforschungsfirma David Rigby Ass. (DRA) legte eine aktualisierte Fassung (“2000 bis 2010″) ihrer großen Studie aus dem Jahre 1987 vor und schätzt den Weltmarkt für das Jahr 2000 auf 16,7 Mio. t und damit um 50% höher als in der Prognose von 1987. Die größten Zuwachsraten liegen laut DRA in den Sektoren “Buildtech” und “Geotech”. In absoluten Zahlen liegt der Sektor “Packtech” vorne. (Seite 130)

Im Jahre 2000 erreichte die Weltproduktion von Nadelfilzen rund 1,1 Mio. t, wobei 800.000 t aus Primärfasern und 300.000 t aus Recyclingfasern hergestellt wurden. Der Nadelfilz-Anteil an der weltweiten Vliesstoffproduktion erreicht damit 35%. (Seite 130)

Jute-Cuttings werden seit langem in der Automobilindustrie eingesetzt. Mit einer Bindemittelmatrix bilden sie Porencomposites, die sich bewährt haben. Eine wesentliche Optimierung hinsichtlich ihres Gewichts kann aber noch über den Ziel gerichtet hergestellten und eingesetzten Öffnungsgrad erreicht werden. Der Artikel beschäftigt sich ausführlich mit dem Öffnungsgrad und seinen Auswirkungen auf die Produkteigenschaften. (Seiten 141-142)

Die neue Holzkohlefaser Charcoalon von Khalke International, Korea, entsteht aus natürlicher Holzkohle als Rohstoff. Holzkohlepulver wird mit Polyester und anderen Werkstoffen vermischt und dann verschmolzen, das Endprodukt besteht aus 80-90% Kohlenstoff. Die Faser ist antibakteriell, staubfrei und hat eine hohe Farbechtheit, Maschinenwäsche und Reinigung haben keinen Einfluss auf das Material. Es kann Wärme sehr gut aufnehmen und halten, ist leicht und daher z.B. gut für Füllungen geeignet. (Seite 144)

In einem ausführlichen Artikel mit dem Thema “Lignoprop und Lignoflex: zwei “berechenbare” Werkstoffe” wird gezeigt, dass das Umformverhalten von Holzfaserformstoffen wie Lignoflex und Lignoprop unter bestimmten Bedingungen durchaus simuliert werden kann und dadurch neue Bauteile entwickelt werden können, die über die jahrelangen praktischen Erfahrungen hinausgehen. (Seiten 145-150).

Ein weiterer Artikel befasst sich mit der Einführung der CE-Kennzeichnungspflicht für Geokunststoffe am Beispiel des Straßenbaus. (Seiten 151-153)

Source: Technische Textilien, Jhrg 45, August 2002.

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