24 April 2002

nova-Symposiumsbericht: Biotechnologische Verfahren zur Verbesserung der Faserqualität von Hanf

M.A.J. Toonen vom niederländischen Plant Research International b.v. stellte auf dem GreenTech 2002 Symposium „Industrial Crops and Products“ (Amsterdam, 24.-26. April) den aktuellen Stand des HARMONIA-Projektes vor. Das Projekt wird von der EU gefördert (Quality of Live and Management of Living Resources Program of the 5th Framework of the European Commission).

Ziel des Projektes ist, mit modernsten biotechnologischen Verfahren die Faserqualität von Hanf zu verbessern und auf spezifische, hochwertige Anwendungen auszurichten. So suche die Textilindustrie feine Fasern mit hohem Zellulosegehalt und wenig Lignin. Für Verbundwerkstoffe kann dagegen ein höherer Ligningehalt als zusätzlicher Binder erwünscht sein. Auch auf die Farbe der Fasern kann Einfluss genommen werden – in der Regel werden hellere Farbtöne bevorzugt. Für alle Anwendungen wird ein leichterer und verlustärmerer Faseraufschluss sowie eine konstante Faserqualität angestrebt.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden inzwischen 2.500 Hanfgene auf ihren Einfluss auf die Faserqualität untersucht. Welche Gene bestimmen die Faserqualität, was sind die Schlüsselgene für die verschiedenen Faserqualitäten? Sobald alle Daten ausgewertet und die Gene identifiziert werden konnten, sollen entsprechende Hanfsorten gezielt gezüchtet und vermarktet werden.

Die erste neue Hanfsorte CHAMELEON aus dem Hause Plant Research International, die noch durch traditionelle Kreuzung entstanden ist, wird in Kürze in die EU-Sortenliste aufgenommen. Ihre Vorteile gegenüber bisherigen Sorten sollen in der helleren Farbe der Fasern und der besseren Entholzbarkeit liegen.

Kontakt:
M.A.J. Toonen
Plant Research International
Droevendaalsesteeg 1
P.O. Box 16
NL – 6700 AA WAGENINGEN
NIEDERLANDE
E-Mail: [email protected]

Source: nova-Symposiumsbericht vom 24. April 2002.

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