28 April 2004

nova-Kurzbericht zum Markteinführungsprogramm “Einsatz von Dämmstoffen aus Nachwachsenden Rohstoffen”

FNR beantragt Verlängerung beim Verbraucherministerium

Seit Beginn des Förderprogramms für den “Einsatz von Dämmstoffen aus Nachwachsenden Rohstoffen” und dem zögerlichen Beginn in 2003 mit insgesamt 837 bewilligten Anträgen ist in diesem Jahr die Nachfrage nach Dämmstoffen aus Nachwachsenden Rohstoffen merklich angestiegen.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), beauftragt durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), genehmigte in diesem Jahr bis zum 10. Februar bereits 882 Anträge auf Förderung – und zurzeit werden wöchentlich 100 neue Anträge auf Förderung gestellt.

Die FNR hat diesbezüglich schon einen Antrag beim BMVEL auf Fortführung des Förderprogramms für 2005 gestellt, wobei die Fördersumme aber vermutlich etwas niedriger ausfallen wird als in diesem Jahr. Die Fördersumme für die Markteinführungsprogramme 2004 “Schmierstoffe und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen” beträgt gesamt rund 11 Mio. Euro. Seit Einführung des Programms entspricht das geförderte Dämmvolumen somit ca. 38.000 m3. 2001 wurden in Deutschland insgesamt 29.000.000 Mio. m3 Dämmstoffe verbaut. Daraus lässt sich ungefähr ableiten, welche Marktchancen sich für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen als Alternative zu fossilen oder mineralischen Dämmstoffen ergeben könnten.

Gefördert werden Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen ab einer Abnahme von mindestes 5 m3, welche sich sowohl für eine Sanierung als auch für den Neubau anbieten. Auf der Förderliste sind zurzeit 13 Unternehmen aufgeführt, die den strengen Kriterien des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zur Aufnahme in die Förderliste entsprechen. Zwei weitere Unternehmen haben die Aufnahme in die Förderliste beantragt und hoffen auf Verfahrensabschluss bis Ende dieses Jahres.

Die Dämmstoffe der Hersteller werden in zwei Kategorien unterschieden. Kategorie I-Dämmstoffe besitzen das anerkannte natureplus® Zertifikat und werden mit 40 EUR pro m3 gefördert. Kategorie II-Dämmstoffe bestehen aus mindesten 75% nachwachsenden Rohstoffen mit einer maximalen Wärmeleitfähigkeit von 0,06 Lambda in W/mK. Je geringer die Lambdazahl, desto geringer ist die Leitfähigkeit und umso höher die Dämmwirkung. Mit diesem Wert wird der Energiebedarf des Gebäudes berechnet. Die Fördersumme für Kategorie II-Dämmstoffe beträgt 30 EUR pro m3.

Nicht nur die Fördergelder sprechen für den Einsatz von Naturdämmstoffen, insbesondere ist auf die herausragenden Eigenschaften der Materialien hinzuweisen. Neben den ökologischen Vorteilen – weitestgehend CO2-neutral, keine giftigen Ausdünstungen, kein Verbrauch fossiler Rohstoffe, Recycelfähigkeit – sind vor allem die wohnklimatischen Vorzüge wichtige Argumente. Naturfasern geben aufgenommene Wärme langsamer an Ihre Umgebung ab, d.h. sie besitzen ein größeres Wärmepuffervermögen als Mineralwolle und schaffen dadurch ein angenehmes gesundes Wohnklima – sowohl im Winter als auch im Sommer.

Die Wärmedämmstoffe werden entweder aus pflanzlichen Rohstoffen Hanf, Flachs, Getreide und Wiesengras oder aus Schafwolle als tierischer Ressource gewonnen. Auch Schalldämmplatten auf Hanf- und Flachsbasis sind erhältlich. Somit stehen dem Kunden einige Alternativen zur Verfügung, die sich individuell auf sein Bauvorhaben abstimmen lassen.

Quellen: Förderliste Dämmstoffe Stand: 12.12.2003 Hrsg.: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) – Verantwortlich für den Inhalt: Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP); Informationsblatt der FNR “Markteinführungsprogramm Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen”; “Dämmstoffe aus der heimischen Natur” 2.Auflage 2002 Hrsg. CMA in Zusammenarbeit mit FNR, Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing und Entwicklungsnetzwerk e.V. (C.A.R.M.E.N) und Arbeitsgemeinschaft für Dämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen ADNR

Source: Recherchen lt. Angabe April 2004.

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