17 Dezember 2007

nova-Kongressbericht: Alternative Rohstoffe für die Holzwerkstoffindustrie

Das 7. Holzwerkstoffkolloquium am 13. und 14. Dezember in Dresden verlief unter dem Motto “Rohstoff-Engpass – eine Chance für Alternativen”. Die Veranstaltung wurde vom Institut für Holztechnologie Dresden GmbH (IHD) organisiert und beschäftigte sich mit der derzeit schwierigen Rohstoffsituation. Die ca. 120 Teilnehmer zeigten sich besorgt über die Konkurrenz durch die Energiebranche und die staatliche Subventionspolitik.

7hwk.jpgZum Auftakt beschrieb Prof. Arno Frühwald (BFH) die aktuelle Lage in Deutschland und Europa und zeigte die Tendenz und Potenziale auf. Zunehmende Nachfrage der Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie an Rundholz sowie steigende energetische Nutzung von Holz führen zu Engpässen auf dem europäischen Holzmarkt.

Nicht nur hohe Preise für fossile Energieträger machen Holz als Brennstoff interessanter, auch Subventionen verschärfen die Konkurrenz zwischen der Holzindustrie und dem Energiesektor. Während Wissenschaftler und Unternehmen gemeinsam nach neuen, effizienten Technologien und alternativen Rohstoffen suchen, begünstigt die Politik die Holzverbrennung. Das Ergebnis solcher Subventionen ist eine Fehlallokation der Ressourcen.

Diese Problematik machte Dr. Peter Sauerwein (VHI) in seinem Vortrag deutlich: “Durch die subventionierte und steigende energetische Holzverwendung wird der Holzwerkstoff-, aber auch der Papier- und Zellstoffindustrie ihre Rohstoffbasis und damit die Grundlage ihrer Wertschöpfung entzogen”. Von 39,5 Mio. m3 Holz, das in 2005 energetisch genutzt wurde, stammten 22,9 Mio. m3 direkt aus dem Wald.

Dass dies kein richtiger Weg ist, sei eindeutig, so Sauerwein. Um eine langfristige Versorgung mit Rohstoffen zu sichern, müssen politische Entscheidungsträger und Wirtschaftsvertreter an einem Tisch klären, was ökonomisch möglich und was ökologisch gewünscht sei, so die Meinung der absoluten Mehrheit der Teilnehmer.

Gleichwohl gestand man sich ein, im Hinblick auf die Entwicklung von Alternativen, etwa Plantagenholz oder dem Einsatz von Einjahrespflanzen lange Zeit untätig gewesen zu sein. Mittlerweile werden Sofortmaßnahmen wie die Nutzung von Waldrestholz und ein steigender Anteil von Pappel am Rohholzsortiment zunehmend umgesetzt.

Wenig Interesse zeigt die Branche aufgrund der “sehr großen Risiken” am Erwerb und der Bewirtschaftung von Wald. Eher gibt es eine Tendenz zur Übernahme von Sägewerksunternehmen.

Der Tagungsband (auch als CD-ROM) kann beim ihd kostenpflichtig bestellt werden.

(Vgl. Meldungen vom 2007-07-19, 2007-11-06 und 2007-09-13.)

Source: IHD Dresden und Holz-Zentralblatt, 2007-12-17.

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