7 November 2007

nova-Buchbesprechung: “Biomasse, Biogas, Biotreibstoffe… Fragen & Antworten”

Verfahren und Werkstoffe für die Energietechnik

63_EnergietechnikBand3_Titel.jpgMit unauffällig grauer Titelseite und technokratisch anmutender Beschriftung gerät der Band “Biomasse Biogas, Biotreibstoffe..” aus dem atz Entwicklungszentrum leicht fälschlicherweise in die Schublade “Tagungsband, kaum lesbar”. Tatächlich aber ist die Sammlung der Beiträge ein gelungener Versuch, mit der Beantwortung klar formulierter Fragen einen fundierten Überblick über zentrale aktuelle Themen der Bioenergienutzung zu geben.

Seine Einschätzungen zur Zukunft der Bioenergie belegt Stephan Prechtl im einführenden Text mit umfangreichem Zahlenmaterial. Ob die Frage nach der Leistungsfähigkeit heimischer Biomasse oder der provozierende Titel “Wie schnell kann ich mit Autogas, Biogas oder Erdgas Auto fahren?” – immer wieder greifen die Autoren der folgenden Beiträge einzelne Fragestellungen auf, die auch bei ein Publikum außerhalb ihres Fachgebiets auf Interesse stoßen. Eine überwiegend farbige Bebilderung erleichtert das Verständnis der Fachtexte.

Inhalt

  • Wie wird sich der europäische Anlagenmarkt entwickeln? (Dipl.-Ing. Anton Mederle)
    Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine starke Branche in der EU. Diese Branche zählt zu den größten Industriezweigen und ist – neben der Ernährungsindustrie – der bedeutendste industrielle Arbeitgeber.
  • Wo geht es mit der Bioenergie hin? (Dr. Stephan Prechtl)
    Die Bioenergie hat das Potenzial bei der Umsetzung der Klimaschutzziele einen wesentlichen Beitrag zu leisten.
  • Welche rechtlichen Neuigkeiten gibt es im Bereich Biogas und Biomasse? (Dr. Michael Rössert)
    Bei Biogas sind die Problempunkte Gerüche und eine ggf. negative Klimabilanz durch staatliches Handeln in den Griff zu bekommen.
  • Wie schnell kann ich mit Autogas, Biogas oder Erdgas Auto fahren? (Dr. Peter Biedenkopf)
    Mobilität ist eines der wesentlichen Charakteristika moderner Gesellschaften.
  • Die Nutzung von Pflanzenöl in Diesel-Motoren (Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch)
    Biogene Flüssigkraftstoffe sind keinesfalls neu. Mit Pflanzenöl experimentierte um die Jahrhundertwende bereits Rudolf Diesel.
  • Was kann die Biomasse in Deutschland leisten? (Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich)
    Die Nutzung von Biomasse ist vor dem Hintergrund der mittlerweile breit geführten Klimadebatte ein zentrales Thema geworden. Biomasse bietet große Chancen hinsichtlich ihrer stofflichen und energetischen Nutzungsmöglichkeiten.
  • Versuch einer Antwort auf die Frage “Was brennt besser, Getreide oder Stroh?” (Dipl.-Ing. Fritz Grimm)
    Die Nutzung von Biomasse ist vor dem Hintergrund der mittlerweile breit geführten Klimadebatte ein zentrales Thema geworden.
  • Wie entscheidet ein Investor von Biotreibstoff-Projekten? (Dipl.-Kfm. Klaus Hildebrand)
    Bioenergie und Biotreibstoffe sind zweifelsfrei ein Wachstumsmarkt in den nächsten Jahren in Deutschland und es ist ein sehr junger Markt.
  • Wann ist die Verbrennung von Gärresten sinnvoll? (Dr.-Ing. Dieter Korz)
    Gärreste entstehen als Endprodukt in Biogasanlagen und werden in den meisten Fällen als Dünger / Bodenverbesserungsmittel in der Landwirtschaft oder anderen Bereichen zum Beispiel im Landschaftsbau eingesetzt.
  • Wie sieht die Biomassenutzung in Hochtemperaturprozessen aus? (Prof. Dr.-Ing. Helmut Seifert, Prof. Dr.-Ing. Thomas Kolb, Dr. Andreas Hornung)
    Drei unterschiedliche Hochtemperaturverfahren zur Biomassenutzung wurden detailliert vorgestellt.
  • Wie lässt sich Biomasse am besten klein kriegen? (Dr.-Ing. Udo Dinglreiter)
    Zur Verwertung biologischer Reststoffe mit anschließender anaerober Vergärung ist in den meisten Fällen eine mechanische Vorbehandlung der Inputstoffe notwendig.
  • Welche Chancen bieten Contracting Modelle im Biogassektor? (Dipl.-Phys. Wilhelm Hiller, Dipl.-Ing. Diana Baumgärtner)
    Jedes Unternehmen bleibe bei seinen Kernkompetenzen. Um neue Aufgabenstellungen zu meistern bieten sich Partnerschaften an. Sinnvoll sind solche, wie zum Beispiel Contracting.
  • Rohstoffverfügbarkeit für die Produktion von Biokraftstoffen in Deutschland und in der EU 25 (Prof. Dr. Jürgen Zeddies, RA Dietrich Klein)
    Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen des am 23. August 2006 beschlossenen Gesetzes für Biokraftstoffquoten, das die Mineralölwirtschaft verpflichtet, ab 01.01.2007 4,4% des Absatzes bei Diesel aus Biodiesel und 2% (ab 2010 3%) des Absatzes bei Ottokraftstoff aus Biokraftstoff bereitzustellen (Biokraftstoffquoten basieren auf Energieäquivalenten).
  • Welche Ziele verfolgt die bayerische Energiepolitik? (Dr. Gerd v. Laffert)
    Eine sichere, preiswerte und nachhaltige Energieversorgung ist von zentraler Bedeutung für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in Deutschland.
  • Heimische Pflanzenarten und deren Eignung als Energie- und Rohstoffpflanzen (Dr. Helmar Prestele)
    Ausgehend von der Entwicklung des globalen Energiebedarfs und den Prognosen für dessen Verfügbarkeit ist bei fossiler Energie ab dem Jahr 2025 und bei Atomenergie ab dem Jahr 2030 mit einem Rückgang der Vorräte zu rechnen, während gleichzeitig der weltweite “Hunger” nach Energie steil nach oben steigt. Dieser Mehrbedarf kann nach heutiger Kenntnis nur mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden.
  • Wie lässt sich im Kompostwerk Biogas erzeugen? (Dr.-Ing. Ottomar Rühl, Dr.-Ing. Rainer Scholz)
    Die ständig knapper werdenden Ressourcen fossiler Energieträger sowie die zunehmenden klimatischen Veränderungen durch deren intensivere Nutzung sind die Triebkraft für das Umdenken in der Energieversorgung.

Produktinformtionen
Faulstich, M. Prechtl, S. (Hrsg.) Biomasse, Biogas, Biotreibstoffe… Fragen und Antworten. Reihe: Verfahren & Werkstoffe für die Energietechnik, ATZ Entwicklungszentrum Band 3, Förster Verlag, 221 Seiten, ISBN 978-3-9810391-2-2.

Der kostenpflichtige Zugriff auf einzene Beiträge ist hier möglich (Kosten: 50 Cent pro Seite).

Bezug
ATZ Entwicklungszentrum
An der Maxhütte 1
92237 Sulzbach-Rosenberg
Tel. 09661-908-400
Fax: 09661-908-469
E-Mail: info@atz.de
Internet: www.atz.de

(Vgl. Meldungen vom 2007-08-02, 2007-06-19 und 2007-03-02.)

Source: ATZ Entwicklungszentrum, 2007.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email