9 Januar 2009

nova-Buchbesprechung: Am Ende des fossilen Zeitalters

Alternativen zum Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen

Wer von dem trendgemäßen Titel und dem Titelbild mit der symbolisierten Sackgasse Erdöl auf den Inhalt schließt, wird bei diesem Buch von Karl-Otto-Hensling enttäuscht oder zumindest überrascht sein. Mitnichten beschränkt sich der beim Umweltbundesamt unter anderem für das Stoffstrommanagement zuständige Autor auf eine Analyse der Optionen bei schwindenden Reserven fossiler Ressourcen. Das Werk bietet vielmehr eine kompetente umweltpolitische Gesamtsicht auf den Umgang mit den Lebensgrundlagen der Menschheit. Notwendigerweise sehr komprimiert stellt Hensling seine Sichtweise dar. Auch an spannenden Details und Zitaten wird erkennbar, dass der Text auf weitreichenden Kenntnissen und Erfahrungen beruht, die im Buch teilweise nur angeschnitten werden können.

Buchvorstellung des Verlags
Titel_Henseling_fb.jpgZur Neige gehende Ölvorräte und der Klimawandel sind nur die Spitze des Eisberges, auf den die globalisierte Industriegesellschaft weiterhin zusteuert. Mit der Industrialisierung entstanden völlig neue Verfahren und Produkte, die tief in den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur eingreifen. Denn aus den einzelnen Stoffflüssen ist ein Materialstrom entstanden, der kaum mehr beherrschbar ist und zudem allmählich zu versiegen droht. Nährstoffkreisläufe werden aus dem Gleichgewicht gebracht, schleichende Vergiftungen bedrohen Umwelt und Gesundheit und knappe Ressourcen werden übernutzt. Karl Otto Henseling erzählt die Geschichte der Moderne als Geschichte der Materialien, auf denen sie gebaut ist.

Der Autor geht mit seinen Lesern auf Zeitreise durch eine Epoche, in der sich das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt drastisch verändert hat – mit weit reichenden Folgen für die Zukunft. Am Ende scheinen wir in einer Sackgasse zu stehen – doch Henseling weist alternative Wege, wie wir Stoffe und Ressourcen in Zukunft nachhaltig nutzen können.

Zum Autor
Dr. Karl Otto Henseling ist Wissenschaftlicher Oberrat im Umweltbundesamt. Er war von 1975 bis 1991 in der Curriculumentwicklung und Lehrerfortbildung tätig und hat in dieser Zeit zahlreiche Beiträge zur Umweltbildung erstellt. Von 1992 bis 1994 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Enquete-Kommission “Schutz des Menschen und der Umwelt” des Deutschen Bundestages. Seit 1994 ist er im Umweltbundesamt tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte dort sind Stoffstromanalysen und -management, Ressourcenschutz und Nachhaltige Entwicklung.

Bibliographische Angaben
Karl Otto Henseling (2008): Am Ende des fossilen Zeitalters. oekom verlag München, 280 Seiten, ISBN-13: 978-3-86581-122-6, 19.90 €

Source: Oekom-Verlag, 2008-12.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email