28 Mai 2002

nova-Besprechung: ifo-Studie “Gesamtwirtschaftliche Bewertung des Rapsanbaus zur Biodieselproduktion in Deutschland”

Manfred Schöpe und Günter Britschkat - München, März 2002

Seit 1993 wird in Deutschland Biodiesel für die Vermarktung hergestellt. Der dazu verwendete Rohstoff ist Rapsöl, das in einem chemischen Prozess umgeestert wird. Ähnlich wie andere nachwachsende Rohstoffe profitierten die Initiativen zum Anbau von Nawaro-Raps für die Biodieselherstellung und zum Aufbau dieses Wirtschaftszweiges von einer staatlichen Förderung.

Gegenwärtig gibt es in Deutschland Umesterungsanlagen mit einer Verarbeitungskapazität von 533.000 Tonnen Öl. Darüber hinaus sind Anlagen mit einer zusätzlichen Kapazität von 390.000 Tonnen im Bau. Mit der inländischen Biodieselerzeugung des Jahres 2001 konnten etwa 450 bis 500 Mio. Liter fossilen Diesels, der importiert oder aus importiertem Rohöl hergestellt werden muss, ersetzt werden.

Gleichzeitig fiel als Kuppelprodukt Glycerin an, das zum überwiegenden Teil als destilliertes Glycerin, d.h. in Pharmaqualität, vermarktet wird. Die für die Biodieselherstellung zusätzlich erzeugten Rapssaaten haben nicht nur das Auftragsvolumen der Ölmühlen vergrößert, sondern über den Anfall von Rapsschrot, einem hochwertigen Eiweißfuttermittel, gut 450.000 Tonnen einzuführenden Sojaschrotes verdrängt.

Die der Produktionskette Raps – Biodiesel zuzurechnende Wertschöpfung schafft Einkommen und damit Konsumnachfrage. Die notwendigen Investitionen in Verarbeitungskapazitäten und Logistik Ihrerseits haben eine Nachfrage nach Investitionsgütern induziert. Die volkswirtschatliche Leistung dieser Produktionskette Raps – Biodiesel schafft damit direkt wie auch indirekt zusätzliche Steuereinnahmen. Diese sind den bisher entstehenden Steuermindereinnahmen infolge der in Deutschland praktizierten Nichtbesteuerung von Biokraftstoffen gegenüberzustellen und bei einer gesamtwirtschaftlichen Bewertung der Aktivität Biodiesel mit zu berücksichtigen.

Fasst man die Steuerrückflüsse und zusätzliche Sozialversicherungseinnahmen zusammen, so belaufen sich die “kompensierenden Leistungen” der Produktionskette Raps – Biodiesel auf 73 bzw. 83% der staatlichen Mindereinnahmen.

Die Studie von M. Schöpe, G. Britschkat – “Gesamtwirtschaftliche Bewertung des Rapsanbaus zur Biodieselproduktion in Deutschland” erschien als Sonderdruck Nr. 6 im ifo Schnelldienst, kostet 10,00 EUR und ist erhältlich beim

ifo Institut für Wirtschaftsforschung
Frau Susanne Makedonski
Postfach 860460
Poschingerstr. 5
81679 München
Tel.: 089-92 24-1376
Fax: 089-98 53 69
E-Mail: ifo@ifo.de
Internet: www.ifo.de

(Vgl. auch Meldung vom 2002-04-18.)

Source: ifo-Studie "Gesamtwirtschaftliche Bewertung des Rapsanbaus zur Biodieselproduktion in Deutschland"

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email