30 September 2005

nova-Überblick: “energie pflanzen” – Ausgabe 3/2005

Die Juni-Ausgabe 2005 der Fachzeitschrift energie pflanzen zeigt im ersten Themenblock “Bioenergie”

  • die kürzlich in Kraft getretenen “Normen für Biomasse-Festbrennstoffe” auf. Die Klassifizierung erfolgt sowohl nach Brennstoffherkunft als auch nach bestimmten Messgrößen-Klassen. Dr. Hans Hartmann vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) im Kompetenzzentrum Straubing gibt hier eine übersichtliche Auflistung mit etlichen tabellarischen Spezifizierungsbeispielen.
  • Wie “Heizen mit Holz im Contracting-Verfahren” praxistauglich umsetzbar ist, beschreibt im Themenblock “Holzenergie” ein Beitrag über die Holzfeuerungsanlage der Evangelischen Stadtmission Heidelberg im Schriesheimer Kanzelbachtal. Hier werden über einen Wärmeliefervertrag mit der MVV Energie zwei ansässige Heime versorgt.
  • Wie der Alltag des Familienbetriebs Holzemer in Gemünden-Langenprozelten (Unterfranken) aussieht, veranschaulicht Herausgeber Biernath. Denn “Hier wird neben Brennholz auch Wärme produziert”. Neben ofenfertigen Holzscheiten wird über Kraft-Wärme-Kopplung die entstehende Abwärme der Säge- und Spaltanlage noch zur Holztrocknung genutzt.
  • Dass sich der aufgeklärte Biogasbetreiber “Mit Energiemais auf der Überholspur” befindet, macht ein Beitrag im Themenblock “Biogas” von Angelika Sontheimer deutlich. Seit vier Jahren verfolgt man bei der KWS Saat AG Züchtungs- und Anbaustrategien für Energiemais, an den ganz andere Anforderungen gestellt werden als an herkömmliche Food-Sorten. Interessante Kreuzungen versprechen künftig optimale Trockenmasse zur Vergärung.
  • Dass Biogas zur Stromerzeugung “Wirtschaftlich einfach sinnvoll” ist, haben mittlerweile auch die traditionellen Energieversorger erkannt. Nach der Rheinenergie AG, die noch auf Partnersuche für Ihre Projektumsetzung von rund einem Dutzend Biogasanlagen ist, sind die Düsseldorfer Stadtwerke AG schon etwas weiter. In Zusammenarbeit mit der noch jungen Investorfirma AgriCapital sollen in den nächsten zwei Jahren zehn Anlagen mit Wärme-Auskopplung entstehen. Hier können bald Dutzende von Landwirten als Rohstoff-Lieferanten ein ökonomisches Standbein finden.
  • Wie eine“Höhere Biogasausbeute durch Folienabdeckung” erreicht wird, behandelt ein Beitrag von Dr. Jörg Winkelmann. So gilt die Silageerzeugung als bedeutender Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage. Der Autor führt durchaus überzeugende Argumente für eine abgedeckte Silierung an.
  • Autor Dierk Jensen auf Pellworm: “Grüne Insel, grüne Energie” ist hier lange nicht so selbstverständlich, wie der Titel verspricht. Die Kontroverse zwischen Tourismusbranche und der “schönen neuen Güllewelt” hat den Baubeginn der Gemeinschafts-Biogasanlage lange hinausgezögert. Nun ist es endlich soweit und das 2,5 Millionen-Projekt hat seinen ersten Spatenstich hinter sich.
  • In der Rubrik “Naturfasern” hat sich Autor Jensen das Institut für Getreideverarbeitung in Bergholz-Rehbrücke vorgenommen, wo Dr. Jürgen Volk sich der Anwendungsbreite von Roggen verschrieben hat. Als “Wirtschaftlich mit Haut und Haaren” bezeichnet der Wissenschaftler diese Feldfrucht, insbesondere deren Verwertbarkeit als Bindemittel. So hofft Volk, dass im Zuge der Fossilenergie-Krise dieser vielseitig einsetzbare Rohstoff noch aus seinem Nischendasein hervortritt. Schon prognostiziert er dem Roggen auch eine Karriere in der biologischen Verpackungsindustrie oder als Klebersubstitut. High Tech natürlich vorausgesetzt!
  • Als “Faser mit Zukunft aus Stroh und Co.” bezeichnet Autor Jensen die Cellulose, das Biopolymer mit den viel versprechenden Anwendungsaussichten. Den Durchbruch als ökologisch vertretbare Textilfaser schaffte Lyocell, welche eine ständig wachsende Nachfrage zu verzeichnen hat. Da aber Cellulose nicht nur in der Papier- und Textilindustrie ihren Einsatz finden sollte, fördert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe inzwischen 16 Cellulose-Projekte mit über fünf Mio. Euro. Geforscht wird sogar daran, einen thermoplastischen Rohstoff auf Cellulosebasis zu entwickeln, der den Ansprüchen an herkömmliche petrochemische Kunststoffe gerecht werden kann.
  • Wie das einzige Zuckerrohr-Anbaugebiet Europas Gewächshausplanen und Betonfundamenten für Touristenanlagen weichen muss, beschreibt der “Nachwachsende Rohstoffe”-Beitrag von Frank Hartmann mit dem Titel “Bitteres Ende eines süßen Grases”. Wohl zum letzten Mal wird in diesem Jahr an der spanischen Costa Tropical Zuckerrohr geerntet. Trotz Subventionen kann der Zucker hier keinen mehr ernähren. Traurig die ökologischen Folgen: Das Deltagebiet des Flusses Guadelfeo kann dann künftig auch vielen seltenen Sing- und Zugvögeln keine Heimat mehr bieten.
  • Der “Energie-Mix” kündigt u.a. den diesjährigen Tag der Holzpellets am 1. Oktober an, stellt die Neuauflauge des FNR-Standardwerks: “Handreichung Biogas” sowie die Neuentwicklung eines Holzherdes der Glutos Metalltechnik vor. Außerdem wird die neue Bioenergie-Börse der Bioenergie Niedersachsen (BEN) präsentiert, auf das Internetverzeichnis von Pflanzenöl-Tankstellen der Gesellschaft für Nachwachsende Rohstoffe e.V. aufmerksam gemacht und ein Betrieb genannt, der innovative Lösungen zur Umrüstung von Dieselmaschinen anbietet. Daneben wirbt Messtechnik Schaller GmbH für ein neues Feuchtemessgerät zur Überprüfung, Qualitätskontrolle und Abrechnung für Hackgut unterschiedlicher Holzsorten sowie die Lactosan GmbH & Co. KG mit dem ersten Siliermittel für Biogas-Silagen. Erntezahlen zur aktuellen Rohstoffen wie Raps und Mais runden die Rubrik ab.
  • Neu seit der Ausgabe 2/2005 erscheinen die “FnBB-Meldungen” als Mitgliederinfo im Rahmen von “energie pflanzen”. Die Fördergesellschaft für nachhaltige Biogas- und Bioenergienutzung e.V. berichtet in eigener Sache über eine kürzlich vereinbarte Zusammenarbeit mit China, die Rettung und Neu-Unterbringung der GTZ Biogas-Bibliothek, ein Informations-Seminar für Ökolandwirte aus verschiedenen Staaten der ehemaligen Sowjetunion sowie einer Potentialstudie zu Biogas in Cuba.
  • Die “Marktpreise und Tendenzen” der ZMP prognostizieren Preise und Mengen der diesjährigen Rapsernte und der Faserpreis-Index der N-Fibre-PriceBase ist auch wieder dabei.
  • Abrundend enthält das Magazin aktuelle Veranstaltungshinweise, ein umfangreiches Firmen- sowie ausführliches Institutionenverzeichnis rund um die Branche und die Vorstellung neuer Printmedien (teils incl. CD-ROM) zu diversen Themen des alternativen Energiemarktes.

Zu jedem Beitrag wird ein englisches “Summary” angeboten!

Das Fachmagazin energie pflanzen kostet mit sechs Ausgaben jährlich 32 Euro und kann abonniert werden beim:

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E-Mail: [email protected]
Internet: www.energie-pflanzen.de

Source: "energie pflanzen" - Ausgabe 3 (Juni)/2005 vom 2005-08-15.

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