25 Mai 2005

nova-Überblick: “energie pflanzen” – Ausgabe 1/2005

Die Februar-Ausgabe 2005 der Fachzeitschrift energie pflanzen berichtet im ersten Themenblock “Biogas”,

  • wie“Mehr Biogas durch gute Siloabdeckung” erzeugt werden kann, wobei einer Silobauweise mit schrägen Wänden der Vorzug gegeben wird.
  • Mit den Tücken der Energiemais-Vergärung hat sich Hausautor Hinrich Neumann beschäftigt, denn “Sorte, Saat- und Schnittzeitpunkt bestimmen den Methanertrag”. So ist Mais nicht gleich Mais: Das stellen jetzt vor allem Betreiber von Biogasanlagen fest, die Energiepflanzen vergären wollen. Versuche aus Österreich und Bayern zeigen, wie stark sich der Methanertrag beeinflussen lässt. Noch mehr Potenzial lassen neue Züchtungen erhoffen.
  • War nach der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetztes (EEG) die Diskussion um geeignete Rohstoffe entbrannt, diskutieren viehhaltende Betriebe in flächenarmen Regionen jetzt vor allem neue Verfahren, um die Nährstoffproblematik zu lösen. Der “Gärrest als begrenzender Faktor in viehhaltenden Betrieben” war somit Thema Nummer eins auf der 6. Biosolar-Biogastagung im westfälischen Heiden.
  • “Nach Euphorie folgt Ernüchterung” könnte als Fazit der FNR-Fachtagung in Berlin gelten. Die deutlich gestiegenen Investitionskosten und das Problem vieler noch unbeantworteter Fragen lassen viele Biogasbetreiber zunächst noch im Regen stehen. Trotz des unbestrittenen Engagements der aufklärenden Organe wird weiterhin großer Informationsbedarf bestehen.
  • Wie man statt zur Stromerzeugung z.B. die “Biogaswärme in der Hefeproduktion” einsetzen kann, belegt Autor Neumanns Bericht über eine der größten Anlagen Deutschlands, die in Soltau seit Ende 2004 Biogas aus Mais und anderen Energiepflanzen erzeugt, um damit Wärme zur Hefetrocknung zu gewinnen.
  • Im “Biokraftstoff”-Block beschreibt Autor Rüdiger Lange mit dem neuartigen eoil-Verfahren”, wie mittels Ultraschall ein problemloser Pflanzenöleinsatz gewährleistet wird: “…und alles läuft wie geschmiert”. Dies dürfte bei Pflanzenöl-Direktnutzern vor allem im landwirtschaftlichen Sektor auf Interesse stoßen. Das System ermöglicht nämlich den Betrieb unterschiedlicher Ölbrennstoffe ohne Zusatztank bei relativ geringer Motormodifizierung. Kenner der Branche sagen der Methode eine große Zukunft voraus.
  • Fazit der 7. Eurosolartagung “Vom Landwirt zum Energiewirt” in Bonn war: “Es gibt noch Nachholbedarf”, vor allem, um in Deutschland die Zielvorgabe von 5,75 Prozent Biokraftstoffanteil bis zum Jahr 2010 zu erreichen. Zum Stand der Umsetzung und Potenziale berichtet Hinrich Neumann.
  • In der Rubrik “Faserpflanzen” beobachtet Autor Klaus Sieg die Kooperative in Aude, die seit rund dreißig Jahren “Hanf statt Champagner” erzeugt. Die französischen Hanfbauern haben sich ihre eigenen Wege der Vermarktung erschlossen, ob es sich um Baumaterial oder um Vogelfutter handelt. Die mittlerweile gut etablierte Pferdeeinstreu aus Hanfschäben bezieht sogar die englische Queen für ihre Stallungen.
  • Wie sich die “Europäische Hanfwirtschaft” produkt- und marktwirtschaftlich darstellt, belegt Michael Karus als EIHA (European Industrial Hemp Association)-Koordinator mittels aktuellen Markterhebungsdaten aus den Jahren 2001 bis 2004. Zahlreiche Anwendungen und Anbauflächen sind grafisch dargestellt sowie Eckdaten der wichtigsten Prozessketten benannt.
  • Das größte Reet-Anbaugebiet der Welt beschreibt der Beitrag von Frank Hartmann mit dem Titel “Gelbe Hoffnung im Donaudelta”. Nach einer zunächst traurigen Ökobilanz für diese Monokultur-Landschaft konnte die UNESCO dieses einzigartige Ökosystem 1990 zum Biosphärenreservat erklären und das ehemalige Staatskombinat Eko Delta wurde privatisiert. Inzwischen wird hier nur noch ein Bruchteil der einstigen Erntemenge eingefahren, dafür sind die Anforderungen an die Qualität gestiegen.
  • Der “Energie-Mix” kündigt die diesjährige, zweite Hildesheimer Messe ENERGIE + NATUR vom 10. bis 12. Juni an und stellt die neueste Veröffentlichung der FNR: “Marktübersicht Pelletskessel” sowie eine neue Schriftenreihe des Technologie- und Förderzentrums mit Forschungsberichten, Informationssammlungen und Jahresberichten vor.
  • Wie die Holzvergasung zur Stromerzeugung “Vom Pilotprojekt zur Praxisreife” gelangen soll, beleuchtet Hinrich Neumann in der Rubrik “Holzenergie”. Das Statusseminar der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und des Fachverbands Biogas sollte hier über vorab erarbeitete Zielvorgaben mehr Aufschluss bringen. Einige beispielhafte Anlagen und deren Arbeitsweise sind in dem Beitrag detailliert aufgeführt.
  • Auch die Erntetechnik ist wieder bedacht. Mit Dieter Biernaths Beitrag “Stark, der Hacker” wird der schwedische Unternehmer Peter Stark und sein funkferngesteuertes System für den Hackereinsatz vorgestellt. Ein Erjo-Hacker, der auf einem gebrauchten Harvester-Fahrgestell aufgebaut wurde, wird per Funk gesteuert. Bedient wird der Hacker von der Rückzugkabine oder vom Lkw-Führerhaus aus. Dieses sehr efffektive System gilt als noch erweiterungsfähig und erlaubt variable Einsätze.
  • Die “Marktpreise und Tendenzen” der ZMP prognostizieren Preise und Mengen der diesjährigen Rapsernte und
  • abrundend enthält das Magazin aktuelle Veranstaltungshinweise, ein umfangreiches Firmen- sowie ausführliches Institutionenverzeichnis rund um die Branche und die Vorstellung neuer Printmedien (teils incl. CD-ROM) zu diversen Themen des alternativen Energiemarktes.

Was gut ankommt: Zu jedem Beitrag wird ein englisches “Summary” angeboten!

Das Fachmagazin energie pflanzen kostet mit sechs Ausgaben jährlich 32 Euro und kann abonniert werden beim:

Forstfachverlag
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Im Dieckfeld 8
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Tel.: 04263-93 95-0
Fax: 04263-93 95-21
E-Mail: forstprofi@t-online.de
Internet: www.energie-pflanzen.de

Source: "energie pflanzen" - Ausgabe 1 (Februar)/2005 vom 2005-04-15.

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