25 April 2006

Nordrhein-Westfalen und Hessen fordern nationalen Biomasseplan

Faltblatt: Erneuerbare Energien in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau

Die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Hessen haben sich bei einer gemeinsamen Kabinettsitzung unter der Leitung der Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und Roland Koch am 24.4.2006 in Siegen für die Aufstellung eines nationalen Biomasseplans ausgesprochen:

Die Energieverknappung und die damit einhergehende Verteuerung machen deutlich, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien hohe Priorität hat.

Unter den Erneuerbaren Energien nehmen Nachwachsende Rohstoffe (Biomasse) aus Land- und Forstwirtschaft einen zunehmend wichtigeren Stellenwert ein. Schätzungen gehen davon aus, dass damit langfristig bis zu 15 Prozent des Primärenergiebedarfs gedeckt werden kann.

Nachwachsende Rohstoffe können auch einen wichtigen Beitrag zur Klimaschutzpolitik, zur Versorgungssicherheit und zur Stärkung des ländlichen Raumes leisten. In dieser Einschätzung sind sich die Landesregierungen Hessens und Nordrhein-Westfalens einig.

Eine Besonderheit der Nachwachsenden Rohstoffe ist, dass sie als einziger erneuerbarer Energieträger sowohl zur Bereitstellung von Rohstoffen zur stofflichen Nutzung – z.B. als Ersatz für Erdöl – als auch gleichzeitig zur energetischen Verwendung im Wärme-, Strom- und Treibstoffsektor genutzt werden können.

Gerade wegen dieser vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ist es wichtig zu wissen, wo die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe unter Effizienz- und Wettbewerbsaspekten am sinnvollsten und auch am kostengünstigsten ist. Dabei geht es um Energie- und CO2-Effizienz, um Beiträge zur Steigerung der Versorgungssicherheit, um arbeitsmarktpolitische Aspekte und um volkswirtschaftliche Kosten.

Alle diese Fragen sind bisher nicht ausreichend beantwortet. Je eher wir das aber wissen, desto eher werden Nachwachsende Rohstoffe auch konkurrenzfähig sein und sich selbstständig am Markt durchsetzen. Und das wollen wir in NRW und in Hessen beschleunigen.

Was wir deshalb brauchen, ist eine solide Ermittlung und Darstellung der Chancen, Potenziale und Restriktionen Nachwachsender Rohstoffe. Das sollte in Form eines nationalen Biomasseplans geschehen. Deshalb regen die Landesregierungen an, einen solchen Plan zu erstellen. Nur dann können nationale und internationale Zielvereinbarungen für den Anteil Nachwachsender Rohstoffe im Energiemarkt bestimmt werden und Förderinstrumente politisch sinnvoll gesteuert werden.

Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg hat bei einer Tagung in Olsberg am 10. Februar 2006 auf die Bedeutung der Bioenergie für Nordrhein-Westfalen hingewiesen und sich für eine verstärkte Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung ausgesprochen:

“Biomasseerzeugung könnte eines der aussichtsreichsten Zukunftsfelder für die Land- und Forstwirtschaft und somit ein zusätzliches Standbein für die künftige wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum und auch zur Erhaltung der Kulturlandschaft werden.

Der Stellenwert der erneuerbaren Energien – auch der Bioenergie – wird nicht allein an ihrem aktuellen Beitrag zur Energieversorgung deutlich, sondern vor allem in den Wachstumsraten und in den Ausbaupotenzialen, die dieser Sektor bietet. Dies wird schon deutlich, wenn man die Arbeitsplatzeffekte des Kraftwerkprogramms und der erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen vergleicht. Tatsache ist, dass das Kraftwerkerneuerungsprogramm in den nächsten Jahren ca. 7.000 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen sichern wird.

Im Vergleich dazu: Allein im Anlagen- und Systembau für erneuerbare Energien arbeiteten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2004 8.700 Personen und erwirtschafteten einen Umsatz von über 2 Milliarden €. Hierbei sind Land- und Forstwirtschaft sowie der Betrieb der Energieanlagen noch gar nicht mitgerechnet.”

Lesen Sie weiter zum Stand und den Perspektiven der erneuerbaren Energien in NRW in der Rede von Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg vom 10. Februar 2006: Bioenergie in Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen zum Thema:

Bericht Bioenergienutzung – Strategien und Optionen für lokale und regionale Energiedienstleistungsunternehmen

Mit dem Projekt “Bioenergie – Optionen und Strategien für lokale und regionale Dienstleister”, das vom NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerium gefördert wurde, soll Energieversorgungsunternehmen der Einstieg in das Geschäftsfeld “Bioenergie” erleichtert werden.

Faltblatt: Erneuerbare Energien in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau

Für Investitionen zur Produktion und zum Einsatz erneuerbarer Energien bieten verschiedene Förderprogramme in Nordrhein-Westfalen attraktive Rahmenbedingungen (Agrarinvestitionsförderprogramm, Holzabsatzförderrichtlinie, REN-Breitenförderung, Erneuerbare-Energien-Gesetz).

Gerade für die Bereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau stellen die Erzeugung und die Nutzung erneuerbarer Energien zukunftsweisende Perspektiven dar. Die Möglichkeiten, in Bioenergien zu investieren und von ihrem Einsatz zu profitieren, sind vielfältig.

Dabei bieten die Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen die erforderliche Planungssicherheit und verkürzen darüber hinaus den Zeitraum bis zur Amortisation von Investitionen erheblich.

Das Faltblatt “Erneuerbare Energien in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau” informiert in prägnanter Form über maßgebliche Fördergegenstände und Kontaktadressen. Er soll Betriebsleiter der genannten Wirtschaftszweige in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen, in die erneuerbaren Energien Biogas, Fotovoltaik, Holz oder Rapsöl als Schleppertreibstoff zu investieren und nachhaltige Wirtschaftsalternativen und Erlöschancen zu nutzen.

Broschüre laden (PDF, 900 KB)

Broschüre bestellen

(Vgl. Meldung vom 2006-03-15.)

Source: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW vom 2006-04-24.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email