24 August 2005

Niedersächsische Ressource Holz könnte besser genutzt werden

Den Kohlenhändler gibt es nicht mehr – den modernen Energiehändler, der Holz aus niedersächsischen Wäldern anbietet, gibt es allerdings auch noch nicht. Das Landvolk Niedersachsen strebt daher gemeinsam mit dem Waldbesitzerverband Niedersachsen die Entwicklung regionaler Vermarktungskonzepte an, um unter anderem Energieholz besser vermarkten zu können.

Idealerweise würde das Holz dann direkt in der Region verarbeitet. Zum Umweltschutz bildet diese Nutzung nach Meinung von Experten keinen Widerspruch. Denn eine kontrollierte Holznutzung trägt auch zu einer Stabilität des Waldes bei und gibt dem gesunden Baum mehr Raum. Die “Grüne Lunge” vieler Städte wird also durch ihre Nutzung noch gestärkt. Bislang werden allerdings 25 Prozent des Holzzuwachses in den niedersächsischen Wäldern nicht geerntet, deutschlandweit sind es sogar 50 Prozent. Besonders großes Potenzial hat dabei der Privatwald.

Damit die Forstwirtschaft ihren Beitrag zum Erhalt gesunder Luft und Böden weiter erfüllen kann, fordern die Waldbesitzer eine Verbesserung der Vermarktungschancen. Denn Holz bindet Kohlendioxid, das bei einer Verrottung in den Wäldern ebenso wieder freigesetzt wird, wie in der wärmegewinnenden Verbrennung. Das Potenzial des nachwachsenden Rohstoffs liegt neben seiner langen Tradition als Bau- und Brennstoff auch in einer Zukunft als Konstruktionsmaterial und als ökologisch einwandfreier Energieträger. Dieser vielseitige Rohstoff ist dabei relativ günstig zu haben.

Die Holzpreise betragen heute real nur noch 15 Prozent der Holzpreise von vor 50 Jahren. Zum Leid der Waldbesitzer, die sich den Weltmarktbedingungen stellen müssen, sind die Auflagen außerdem in vielen Bereichen sehr hoch.

Niedersachsen ist auf über 1,1 Mio. Hektar mit Wald bedeckt, das sind 24 Prozent der Landesfläche. Dabei dominiert der Privatwald mit einem Anteil von 59 Prozent, rund ein Drittel Wald ist im Eigentum der Anstalt Niedersächsische Landesforsten und der Rest ist Körperschaftswald (sieben Prozent), sowie Wald der Bundesrepublik Deutschland (fünf Prozent). Landesforsten sind mit rund 324.000 Hektar vor allem in den großen geschlossenen Waldgebieten wie Harz, Solling, Elm, Weserbergland und der Heide zu finden.

Im Eigentum der rund 47.000 privaten Waldbesitzer befinden sich derzeit etwa 675.506 Hektar. 46 Prozent der Privatforstbetriebe sind allerdings unter 20 Hektar groß, die Durchschnittsgröße beträgt lediglich sechs Hektar. Die Bundeswaldinventur hat außerdem ergeben, dass im Privatwald noch besonders große Nutzungspotenziale bestehen.

Die privaten Forstbetriebe verfügen jedoch meist nicht über die nötigen Fachkenntnisse und Maschinen für die Waldbewirtschaftung. Sie sind daher auf die Dienstleistungen und die Betreuung durch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse angewiesenen.

(Vgl. Meldung vom 2004-11-29.)

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. vom 2005-08-24.

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