29 November 2007

Niedersachsen: Bei Forst und Holz an vierter Stelle

Clusterstudie Forst und Holz Niedersachsen vorgestellt

Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen hat die im Auftrage seines Hauses erarbeitete “Clusterstudie Forst und Holz Niedersachsen” der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Cluster Forst und Holz umfasst die Wirtschaftsbereiche Forstwirtschaft, holzbearbeitende und holzverarbeitende Industrie, Papierwirtschaft und das Verlags- und Druckereiwesen. Die vorgestellte Studie analysiert zum einen die inneren Strukturen (Betriebe, Umsätze, Beschäftigungszahlen) und wirtschaftlichen Potenziale des Clusters in Niedersachsen. Zum anderen prognostiziert sie die möglichen Holzaufkommen bei Unterstellung verschiedener Waldbewirtschaftungsstrategien (“naturnah”, “ertrags-” und “naturschutzorientiert”) für einen Zeitraum von 30 Jahren.

Darüber hinaus zeigt die Untersuchung wesentliche Einflussfaktoren auf das zu erwartende Nutzungsverhalten der Forstbetriebe auf. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage, um die gegenwärtigen und künftigen Chancen und Risiken des Forst-Holz- und Papier-Sektors im Wettbewerb einschätzen zu können. Vor allem aus Sicht der Rohstoffverfügbarkeit sind Strategien zur Optimierung der Wertschöpfungsketten vom Wald zu den Werken bzw. Betrieben bis hin zum Endverbraucher zu konzipieren.

Der niedersächsische Cluster Forst und Holz hatte im Jahr 2005 einen Jahresumsatz von 15 Mrd. Euro. Damit steht Niedersachsen im Ländervergleich an vierter Stelle nach Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern.

Am gesamten steuerlich ausgewiesenen Umsatz des Landes Niedersachsen von ca. 440 Mrd. € im Jahr 2005 hatte der Forst und Holz Sektor einen Anteil von ca. 3,4%. In der Zeit von 1998-2005 erwirtschaftete er trotz der zeitweisen Konjunkturschwäche einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 14-15 Mrd. €. In den über 10.000 Unternehmen des Clusters arbeiteteten im Jahr 2006 ca. 77.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Nach den Holzaufkommensprognosen steigen die Holzvorräte je nach Bewirtschaftungsszenario von heute 279 m3/ha bis zum Jahr 2036 auf 348 m3/ha bzw. fallen auf 200 m3/ha. Der mittlere Zuwachs bewegt sich je nach Szenario in einem Rahmen von 9,6 m3/ha/Jahr bis 10,5 m3/ha/Jahr, die mittleren Nutzungsmassen liegen zwischen 4,9 m3/ha/Jahr und 8,6 m3/ha/Jahr. Es zeichnet sich ein starker Rückgang der Nadelholzmassen, inbesondere im Industrieholzbereich ab. Die Analyse des Nutzungsverhaltens zeigt vor allem Reserven im kleinstrukturierten Privatwald.

Die gemeinsame Betrachtung sämtlicher Wirtschaftsbereiche des Clusters eröffnet mit dieser Studie nun die Möglichkeit, auf die Herausforderungen der Globalisierung der Forst- und Holzwirtschaft besser reagieren zu können und den Wirtschaftsstandort Niedersachsen zu stärken.

Aus den Ergebnissen der Clusterstudie ergibt sich die Notwendigkeit, Konsequenzen auf den Ebenen biologische Produktion (u. a. Baumartenwahl, Naturschutzleistungen, Nutzungsstrategien), technische Produktion (u. a. Nutzungspotenziale im Kleinprivatwald, Logistik, Technologie) und Politik (u. a. Flächenstilllegung, Förderung, Besteuerung) zu ziehen.

Dies erfordert einen offenen Dialog zwischen allen Beteiligten, der im Anschluss an die Landespressekonferenz an einem ersten “Runden Tisch” im Niedersächsischen Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eröffnet wurde.

Die “Clusterstudie Forst und Holz Niedersachsen” können Sie hier bestellen.

(Vgl. Meldungen vom 2007-10-29, 2007-06-12 und 2007-01-26.)

Source: Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Pressemitteilung, 2007-11-28.

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