18 November 2003

Nicht ganz problemlos: Bio-Beimischungen im Kraftstoff

Mineralölbranche macht sich für RME-Produktion stark

Im kommenden Frühjahr ist es soweit: Das Mineralölsteuergesetz soll geändert und die Steuervergünstigung für Biokraftstoff bis 2009 festgeschrieben werden. Gemäß DIN EN 590 dürfen dann bis zu fünf Prozent Biosprit in den herkömmlichen Treibstoff untergemischt werden. Das bedeutet: Alle Tankstellen bieten nur noch Diesel mit Zusatz von Biodiesel und Normal- bzw. Superbenzin mit reinem Alkohol (Ethanol) an.

Mehr als fünf Prozent sieht die Mineralölbranche indes auch als nicht machbar an, denn ganz problemlos verhalten sich die Biozusätze nicht. Biodiesel und Ethanol gelten – vor allem bei Transport oder falscher Lagerung – als Wasser anziehend, was die Verbrennung im Motor belastet. Außerdem gelten auch Restmüll, Schlachtabfälle oder Klärschlamm als Biorohstoff zur Treibstoffherstellung:

“Das machen wir auf keinen Fall”, konstatiert Günter Strempel, Direktor der Aral-Forschung. Nur Biotreibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen sei CO2-neutral, darum will Aral auch nur Rapsöl-Methyl-Ester (RME) in seinen Diesel mischen. Trotz DIN-Normierung schwankt dessen Qualität laut Aral auf dem freien Markt so gewaltig, dass die Mineralölkonzerne sich gezwungen sehen, Rapsdiesel künftig selbst herzustellen.

Noch schwieriger stellt sich die Beimischung des Bio-Ethanols dar, denn Ottomotoren vertragen allenfalls fünf Prozent davon, für 150-PS-Motoren muss der Bioalkohol sogar per Lösungsvermittler in den herkömmlichen Sprit eingepasst sein, damit sich die Mischung im Tank nicht wieder trennen kann.

Mittelfristig kommen allerdings zunächst nur Dieselfahrer in den künftig billigeren Misch-Kraftstoff – bisher gibt es nämlich noch keinen Produzenten, der Bio-Ethanol in ausreichender Menge und Qualität herstellen kann.

(Vgl. Meldungen vom 2003-11-07, 2003-10-27, 2003-05-08 und 2003-02-24.)

Source: AUTO BILD Nr. 44 vom 2003-10-31.

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