30 August 2002

Neues Verfahren zur wirtschaftlichen Wasserstoffgewinnung entwickelt

Glukose-Umwandlung als Energiequelle der Zukunft?

Ökokraftstoff aus Biomasse lässt sich nun einfacher und ökonomischer als bisher gewinnen. Wissenschaftler um Randy Cortright von der Universität in Madison (Wisconsin) haben herausgefunden, wie aus Glukose Wasserstoff gewonnen werden kann – was vermutlich wesentlich effizienter ist, als die bisherigen Methoden zur Herstellung von Kraftstoffen aus Biomasse. Wie im Fachmagazin Nature (Ausg. 418, Nr. 6901, S. 964 und 928) berichtet wird, kann eine Glukoselösung aus Biomasse verschiedenster Herkunft hergestellt werden.

Im weiteren Verfahren wird die Zuckerlösung auf etwa 225°C erhitzt und einem Druck von 27 bis 54 Bar ausgesetzt. Die chemische Reaktion über Katalysatoren aus Platin bewirkt eine Zersetzung des Zuckers in Wasserstoffgas und andere Gase wie z.B. Methan, welche dann als Energiequelle für Brennstoffzellen dienen können, beispielsweise in Elektroautos oder Wohnhäusern.

Die bislang üblichen Methoden der Wasserstoffgewinnung, z.B. für Brennstoffzellen für Pkw und Busse, arbeiten mit deutlich höheren Temperaturen, was die Herstellung sehr energieaufwändig macht. “Unser Umwandlungsverfahren dagegen könnte eine effiziente und kostengünstige Methode für die Wasserstoffproduktion aus erneuerbarer Biomasse darstellen”, hofft Chemiker Randy Cortright. “Und es erhöht nicht den Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre.”

Die Forscher experimentieren konkret mit Glycerin (als Nebenprodukt der Biodieselherstellung), Glukose (der wichtigsten Energiequelle von Pflanzen und Tieren) und Alkoholen. Das neue Verfahren soll nun mit Stroh und Käsemolke erprobt werden. Seine Vorteile gegenüber gängiger Wasserstoffproduktion: Es fällt – neben Wasserstoff und Kohlendioxid – nur wenig giftiges (und unerwünschtes) Kohlenmonoxid (CO) an, was eine weitere chemische Reaktion und somit einen zweiten Reaktor erspart, um es loszuwerden.

(Vgl. Meldungen vom 2002-07-04 und 2002-05-22.)

Source: bild der wissenschaft online und Der Standard vom 2002-08-29.

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