4 November 2001

Neuer Achimer Verein will Chinesischem Bambus den Markt eröffnen

Als der Achimer Außenhandelskaufmann Götz Schmitt für ein Jahr von seiner Firma nach China geschickt wurde, stieß er auf die dort übliche, breit angelegte Ressourcenverarbeitung der Bambuspflanzen. “Es gibt 1.000 Bambussorten, einige davon haben die Zugfestigkeit von Baustahl”, schwärmt Schmitt, der den schnellwachsenden Rohstoff mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten nun verstärkt auf dem europäischen Markt einführen möchte. In Achim gründete der Unternehmer die “Europäische Gesellschaft zur Förderung von Forschung, Entwicklung, Herstellung und Verbreitung von Bambus als Roh- und Werkstoff” – und träumt von einem “weltweiten Bambus-Competence-Center” in Norddeutschland.

Bambusplantagen werden hauptsächlich in Mittelafrika, Lateinamerika oder China angebaut und stellen einen nachhaltigen ökonomischen Stabilisierungsfaktor für diese Länder dar. Aber auch ökologisch ist Bambus hochinteressant. So wirkt das Wurzelwerk der Pflanzen der Bodenerosion entgegen und wird mancherorts gezielt als effektiver Erdbebenschutz eingesetzt. Und wo immer Bambus statt Holz verwendet wird, so Schmitt, werde die langsamer wachsende Ressource Wald deutlich geschont.

Inzwischen hat Schmitt stabile Kontakte mit chinesischen Bambusproduzenten und Investoren und importiert den Rohstoff nach Europa, wo er ihn als eines der ersten deutschen Unternehmen zu Fußböden verarbeitet. Die Einsatzmöglichkeiten dieses Rohstoffs erstrecken sich von Nahrungsmitteln über Möbel, Furniere oder Fußböden aus Bambusparkett bis hin zu Brennstoffen oder gar Filtertüten (vgl. auch Meldung vom 2000-10-19). So verlegte Schmitt sein Bambusparkett bereits auf der Expo 2000 in Hannover im Expo-Bambus-Pavillon von “Zeri”, einer Organisation, die sich seit 1996 mit dem Einsatz von Rohstoffen befasst und in der Bundesgeschäftsstelle der Grünen in Berlin.

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Achimer Kurier/Weser Kurier-regionales vom 2001-11-04.

Source: Achimer Kurier/Weser Kurier-regionales vom 2001-11-04.

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