14 Dezember 2011

Neue DERA-Kurzstudie: Biomining bietet neue Perspektiven für Bergbau und Metall-Recycling

Ziel ist es, biotechnologische Verfahren zum Metall-Recycling weiter zu entwickeln und in die Anwendung zu überführen

Biomining zur Metallgewinnung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Kurzstudie der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

“Die Produktion von Metallen mit Hilfe von Biomining hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, besonders in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Neben der primären Gewinnung von Kupfer aus Erzen spielen auch Wertmetalle wie Nickel, Kobalt, Zink und Gold eine immer größere Rolle bei der Anwendung dieser modernen Biotechnologie”, erklärt Prof. Dr. Axel Schippers, Mitautor der Kurzstudie und Leiter des BGR-Arbeitsbereichs Geomikrobiologie.

Inzwischen stammen bereits mehr als 8 Prozent des weltweit primär produzierten Kupfers aus biologischer Produktion. Nickel, Kobalt, Zink und Kupfer werden mittlerweile auch in Europa biotechnologisch im industriellen Maßstab gewonnen.

Biomining wird vorzugsweise bei Erzen mit niedrigen Metallgehalten eingesetzt, für die eine herkömmliche Erzaufbereitung unwirtschaftlich ist. Der Anteil der biotechnologischen Metallgewinnung nimmt mit zunehmender Ausbeutung der bekannten Lagerstätten zu. Wichtigster Prozess des Biominings ist die Biolaugung von Erzhalden mit Mikroorganismen. Im Gegensatz zur Aufbereitung in Schmelzöfen ist bei der Metall-Biolaugung der Energiebedarf sehr gering. Zudem entstehen keine umweltschädlichen Abgase wie Kohlendioxid (CO2) und Schwefeldioxid (SO2).

Industriell wird Biomining bislang lediglich in der Gewinnung sulfidischer Lagerstätten eingesetzt. “Es existieren aber bereits biotechnologische Labor- bzw. Pilotverfahren zum Aufschluss silikatischer und oxidischer Erze wie z.B. Laterite. Biomining bietet aber auch Perspektiven für das Metall-Recycling”, so Schippers. Beispiele sind die Laugung von Aufbereitungsrückständen bzw. Bergbauhalden (mine tailings) sowie die Extraktion von Metallen aus industriellen Rückständen und Abfällen wie Schlacken oder Aschen (Sekundärrohstoffe). Einige Metall-Biolaugungs-Verfahren zur Metallgewinnung aus Industrieabfällen sind bereits patentiert worden.

“Biomining von Sekundärrohstoffen” ist auch das Thema eines Workshops mit Experten aus Industrie und Wissenschaft, der am 15. Dezember 2011 im GEOZENTRUM Hannover im Rahmen des “DERA-Rohstoffdialogs” stattfindet. Mitveranstalter ist das “Innovationsforum Geobiotechnologie” des Geokompetenzzentrums Freiberg. Schippers: “Ziel ist es, biotechnologische Verfahren zum Metall-Recycling weiter zu entwickeln und in die Anwendung zu überführen.”

Die im Rahmen der Newsletter-Reihe “Commodity Top News” (Ausgabe Nr. 39) veröffentlichte DERA-Kurzstudie “Biomining – Entwicklung der Metallgewinnung mittels Mikroorganismen im Bergbau” steht auf der Homepage der DERA als kostenloser Download zur Verfügung.

Kontakt
Prof. Dr. Axel Schippers
Tel.: 0511-643-3103
E-Mail: Axel.Schippers@bgr.de

Source: Deutsche Rohstoffagentur (DERA), Pressemitteilung, 2011-12-14.

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