7 Juni 2002

Neue Biokraftstoff- und NR-Verarbeitungsanlagen in Bitterfeld und Zörbig geplant

Mitteldeutsche Umesterungswerke expandieren

Der im vergangenen Jahr im Chemiepark Bitterfeld in Betrieb gegangenen Biodiesel-Anlage sollen nach Angaben von Claus Sauter, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Umesterungswerke (MUW), nun zusätzliche folgen – zur Weiterverarbeitung der bei der Bio-Dieselproduktion anfallenden Stoffe wie Glycerin, außerdem ein 25 Mio. EUR-Biogas- und Bio-Methanol-Projekt, dessen Baustart zum Ende des Jahres erfolgen soll. Gleichzeitig entsteht nebenan im Chemiepark eine weitere Anlage zur Verarbeitung anderer nachwachsender Rohstoffe wie u.a. Palmöl oder Soja. “In der Glycerindestillation können wir den Stoff bis zu pharmazeutischer Qualität aufarbeiten”, ist Sauter überzeugt. In der schon lange projektierten Biogas- und Bio-Methanol-Anlage, die für den Standort Zörbig (Thuramark) vorgesehen ist, sollen nun Substitute für Kraftstoffe hergestellt werden, seit das Gesetz, das die Mischung erlaubt, inzwischen in greifbare Nähe gerückt ist.

Mit der 10 Mio. EUR-Anlage des Unternehmernachbarn hat Sauter, der derzeit noch “viel, viel Arbeit in das Neukunden-Geschäft” stecken muss, garnicht gerechnet, “aber die europäischen Gesetze gehen in die Richtung, die Nutzung biologischen Kraftstoffs zu fördern. Na, und da machen wir doch mit”, denn dass nachwachsenden Rohstoffen die Zukunft gehört, steht für Sauter außer Frage. “Der Einsatz pflanzlicher Rohstoffe ist zugleich ein ideales Ventil für landwirtschaftliche Überproduktion”, resümiert der Unternehmer, der selbst aus der Landwirtschaft kommt und sich bewusst ist, dass die Anbauflächen begrenzt sind und die Einhaltung der Fruchtfolge natürliche Grenzen setzt. Dennoch ist Sauter von der Unerschöpflichkeit des erneuerbaren Energie-Marktes überzeugt – obwohl derzeit lediglich maximal zehn Prozent des Kraftstoffes, der heute verbraucht wird, über Bio-Produkte abgedeckt werden kann.

Source: Mitteldeutsche Zeitung vom 2002-06-07.

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