2 September 2008

Neue Bioethanolanlage in Mecklenburg-Vorpommern nimmt Betrieb auf

Ethanol aus Zuckerrüben - keine Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

Schwerin – Die Zuckerfabrik Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) hat eine neue Produktionsanlage für Bioethanol offiziell in Betrieb genommen. Täglich sollen 170 Kubikmeter Ethanol für die Mineralölindustrie produziert werden. Dazu wird der Dicksaft von jährlich bis zu 450.000 Tonnen Rüben verarbeitet. Die Zuckerfabrik Anklam hat nach eigenen Angaben Verträge mit rund 400 Landwirten über die Lieferung von etwa 750.000 Tonnen Rüben. Von rd. 250 Landwirten werden Rüben für die Ethanolproduktion bezogen. Die Ethanolproduktion trage dazu bei, den Anbau von Zuckerrüben im Land zu erhalten. In diesem Jahr wachsen sie auf 22.800 Hektar. Die Fläche ist wegen der Schließung der Zuckerfabrik Güstrow zu Jahresbeginn im Vergleich zu 2007 verringert worden.

“Mit diesem Projekt kommen wir dem Ziel der Europäischen Union wieder ein Stück näher, bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 20 Prozent erneuerbare Energien am Energiemix zu erreichen”, hob der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus in seinem Grußwort anläßlich der Eröffnung hervor. Allein die Bioenergie habe das Potential, zu diesem Zeitpunkt 24 Prozent des Primärenergiebedarfs in Mecklenburg-Vorpommern bereitzustellen. “Als Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz sehe ich in der Bioenergie große Möglichkeiten zur Erhaltung und Stärkung des ländlichen Raumes”, sagte Dr. Backhaus. Sie bedeute neben Umweltschutz und Zukunftssicherung auch Beschäftigungssicherung und Wertschöpfung im Land.

Keine Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion
Dieses Potenzial zu nutzen stünde nicht im Widerspruch zu den etablierten Sparten der Lebens- und Futtermittelproduktion. “Die Produktion von hochwertigen Nahrungs- und Futtermitteln bleibt für unsere Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor das Hauptziel”, brachte der Minister zum Ausdruck. Die Entwicklung der Bioenergie werde außerdem nur die gewünschten Effekte erzielen, wenn dabei die Nachhaltigkeit in der Produktion, eine positive Öko-Bilanz, eine hohe Energieeffizienz und ein solches Kohlendioxid-Einsparpotenzial sowie geringe Kohlendioxid-Vermeidungskosten in den Fokus gerückt werden.

Source: IWR, 2008-09-01.

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