10 Oktober 2006

Neue Anlage zur Entwicklung von Mobiltextilien

Eine neue Anlage für die Entwicklung und Herstellung aerodynamisch geformter Vliesstoffe ist dieser Tage im Sächsischen Textilforschungsinstitut Chemnitz (STFI) in Betrieb gegangen. “Damit können wir die Eigenschaften von Trägervliesstoffen für Formteile im Fahrzeug-Innenraum wie Tür- und Seitenverkleidungen, Kofferraumauskleidungen oder textile Bodengruppen erforschen und nachhaltig verbessern”, erklärte Dr. Holger Erth, Geschäftsführender Direktor des STFI.

“Gegenwärtig untersuchen wir, wie sich Produktionsabfälle der Automobilzulieferindustrie als neue textile Strukturen im Fahrzeugbau oder für andere technische Anwendungen – beispielsweise für den Schallschutz – einsetzen lassen.” Experten des STFI werden jüngste Forschungsergebnisse auf der vom 10. – 12. Oktober 2006 in Chemnitz stattfindenden mtex – Internationale Messe und Symposium für Technische Textilien im Fahrzeugbau darlegen.

Herzstück der neuen Anlage im STFI ist ein Wirrvliesbildner des französischen Herstellers LAROCHE S.A., Cours La Ville. “Damit können wir im Auftrag der Industrie nahezu alle Faserstoffarten testen. Besonders geeignet ist diese Technik für Pflanzenfasern wie Hanf, Flachs oder Kokos, für Reißfasern aus textilen Produktionsabfällen oder Altkleidern sowie für andere geschnittene Textilabfälle”, erläuterte Projektleiter Bernd Gulich.

Die Verfestigung zum Vliesstoff erfolgt direkt im Anschluss in einem Thermofusionsofen, den die Gerold Fleissner Nonwovens GmbH & Co. KG, Ansbach, dem Institut zur Verfügung gestellt hat. Erhitzte Luft, die in diesem Ofen durch das zwischen zwei Siebbändern geführte Vlies hindurch gesaugt wird, bringt thermoplastische Faserstoffanteile im Vlies zum Schmelzen. Dadurch wird die Vliesstruktur fixiert, kompaktiert und verfestigt. Alternativ kann das auf der Anlage gebildete Vlies mit den anderen im Vliesstoff-Kompetenzzentrum des STFI vorhanden Möglichkeiten der Vliesverfestigung (Vernadeln, Nähwirken) weiter behandelt werden.

Mit dieser Investition im Umfang von 320TEuro baut das STFI Chemnitz seine Position als international führendes Vliesstoff-Kompetenzzentrum aus. Es bündelt interdisziplinäres Know-how für die kundenorientierte Produkt- und Verfahrensentwicklung sowie für die Prüfung, Zertifizierung und das umweltschonende Recycling von Vliesstoffen. Erst im Vorjahr hatte das STFI das weltweit modernste Spinnvlies-Technikum (Investitionsvolumen von 7,5 Mio. Euro) in Betrieb genommen.

Source: Allgemeiner Vliesstoff Report vom 2006-10-06.

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