24 November 2015

Netzwerk von Forschungseinrichtungen katalysiert das Biomassepotenzial Europas

Einem durch die EU finanzierten Projekt ist es gelungen, den Zugang für KMU und Forscher zu Versuchsanlagen von Weltklasse zwecks Erprobung der nächsten Generation von Rohstoffen für Biokraftstoffe zu erleichtern

Das im September 2015 abgeschlossene BRISK-Projekt vereinte 26 Partner aus Europa, darunter verschiedene Forschungseinrichtungen und akademische Institutionen, um ein besonders sichtbares Netzwerk von Demonstrationsanlagen zu etablieren.

„Viele KMU und Studierende haben keinen Zugang zu diesen Anlagen“, erklärt Projektkoordinator Professor Andrew Martin vom Royal Institute of Technology (KTH) in Schweden. „Das BRISK-Projekt versuchte, diese Anlagen für die gesamte Forschungsgemeinschaft zu öffnen, um Fragmentierung zu überwinden und es zu ermöglichen, dass neue Rohstoffe getestet werden.“

Mehr als 200 Personen aus 26 europäischen Ländern konnten Experimente zu Biokraftstoffen der zweiten Generation in diesen Anlagen durchführen, was zur Ankurbelung der Wettbewerbsfähigkeit Europas in der globalen Biowirtschaft beiträgt. Der Erfolg war so groß, dass man bereits dabei ist, einen Nachfolger für BRISK zu suchen.

„Da das Projekts jetzt beendet ist, bauen wir bereits ein neues Konsortium auf und wir versuchen, einen Horizont 2020-Aufruf zur Vorschlagseinreichung zu finden, der unseren Bedürfnissen entspricht“, sagt Martin. „Unser Ziel ist es, unsere Reichweite zu erhöhen, um noch mehr biologische Prozesse und ein größeres Rohstoffspektrum einzubeziehen.“

Fortschrittliche Biokraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden, besitzen das Potenzial, tausende neuer Arbeitsplätze zu schaffen, indem die ländliche Entwicklung angeregt und ein Beitrag zur Energiesicherheit Europas in Form einer nachhaltigen Alternative zu fossilen Brennstoffen geleistet wird. Die Stärkung der Biomassenutzung wird Europa außerdem dabei helfen, seine Ziele zu erreichen, indem es die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 % und bis 2050 um 50 % senkt.

Um darauf aufzubauen, hat BRISK eine durchsuchbare Onlinedatenbank der Partnerlabors in Europa geschaffen. Hier können KMU und Forscher detaillierte Informationen über Anlagen für die thermische Biomassekonversion finden, die für Versuche zur Verfügung stehen. Projektkonzept war, dass sich jeder Forscher für den Zugang zu einer Anlage der Projektpartner außerhalb seines Landes bewerben kann, und dadurch die länderübergreifende Zusammenarbeit gefördert wird.

BRISK zahlte für die Zugangskosten sowie ein Stipendium für Reise, Unterkunft und Verpflegung. Das Konsortium entwickelte auch Protokolle und Datenbanken, um die Verbreitung von Daten und die Bewertung von Versuchsanlagen zu erleichtern, was eine wichtige Hinterlassenschaft ist, die der europäischen Forschungsgemeinschaft auch weiterhin zugutekommen wird.

Durch gemeinsame Forschungsaktivitäten haben die Partner neue Versuchsmethoden entwickeln können. Dazu gehören auch Biomasseverarbeitungstechniken und Verfahren. Der zeitliche Rahmen der Besuche an den Anlagen reichte von wenigen Tagen bis hin zu dreimonatigen Praktika für Doktoranden. In allen Fällen wurde die europäische Expertise in Biomasse erweitert und Wissen über die Grenzen hinweg verbreitet. „Dieses Projekt war wichtig für die Anregung der Netzwerkbildung unter Forschern und lieferte auch eine Gelegenheit, die Qualität der Anlagen zu verbessern“, sagte Martin.

Eine Forscherin aus dem Vereinigten Königreich etwa konnte ihre Promotionsforschung an den ENEA-Anlagen in Italien erweitern, indem sie Versuche durchführte, um Biomasse in ein synthetisches Gas (das hauptsächlich für die Stromerzeugung verwendet wird) umzuwandeln. Ein Forscher von der Universität Cordoba in Spanien hatte die Gelegenheit zu einem Aufenthalt an der TU Graz in Österreich, um seine Forschung zu Biokraftstoffen weiterzubringen (Reduzierung von Stickstoffoxid während der Biomasseverbrennung in kleinmaßstäblichen Biomasseboilern).

„Wir haben herausgefunden, dass es Zeit braucht, damit etwas bekannt wird, doch zum Projektende hin gab es viele Aktivitäten“, so Martin. „Wir hoffen, dass wir bei einem zukünftigen Projekt, jetzt wo wir bekannter geworden sind, in der Lage sein werden, ein breiteres Publikum zu erreichen und auch vermehrt Forscher aus Drittstaaten zu gewinnen.“

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der
Projektwebsite von BRISK.

 

Quelle: Gestützt auf ein Interview mit dem Projektkoordinator von BRISK.

Source: Cordis news, Pressemitteilung, 2015-11-16.

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