11 Oktober 2019

Neste: Finnen steuern Geschäftsbereich für erneuerbare Polymere und Chemikalien aus Deutschland – Niederlassung in Düsseldorf eröffnet

Neue Einheit will die Kunststoff- und Chemiebranche weltweit mit Biomasse-basierten Vorprodukten sowie chemisch recycelten Kunststoffabfällen beliefern

Die finnische Neste eröffnet heute offiziell ihre deutsche Niederlassung in Düsseldorf, die gleichzeitig als weltweite Zentrale für den neuen Geschäftsbereich „Renewable Polymers & Chemicals“ fungiert. Diese Einheit beliefert die Kunststoff- und Chemiebranche mit Vorprodukten, die aus Biomasse und chemisch recycelten Kunststoffabfällen hergestellt werden.

Mercedes Alonso, die den Geschäftsbereich seit dem 1. September als Konzernvorstand und Executive Vice President leitet, wird auch Deutschland-Chefin. Aus Düsseldorf heraus werden die Geschäftsentwicklung, das Management der Wertschöpfungsketten sowie Vertrieb und Marketing weltweit gesteuert. Dafür will Neste am Standort bis zu 80 hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Hergestellt werden die erneuerbaren Produkte in den konzerneigenen Raffinerien im finnischen Porvoo, in Rotterdam und in Singapur.

„Die Konzentration der Aktivitäten in Düsseldorf ermöglicht schnelleres Wachstum mit dem Ziel, weltweit der führende Anbieter nachhaltiger und zirkulärer Lösungen zu werden“, sagt Mercedes Alonso. „In Deutschland und insbesondere im Rheinland schlägt das Herz der europäischen Chemieindustrie. Da wir im Bereich Polymere und Chemikalien mit Partnern über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg kooperieren, kommen uns die hier vorhandenen Netzwerke zugute – von Forschungseinrichtungen über Verarbeiter bis zu Endkunden.“

Klimaemissionen der Kunststoffbranche senken

Polymere, die aus biobasierten Rohstoffen oder chemisch recyceltem Kunststoff anstatt aus Rohöl hergestellt werden, können den CO2-Fußabdruck der Kunststoffbranche signifikant verringern. Der Vorstandsvorsitzende Peter Vanacker sagt dazu: „Nestes Unternehmenszweck ist es, eine gesündere Welt für unsere Kinder zu schaffen. Im Jahr 2018 haben Kunden durch unsere Produkte weltweit rund acht Millionen Tonnen CO2 eingespart. Bis 2030 wollen wir diese Menge auf jährlich 20 Millionen Tonnen mehr als verdoppeln. Das neue Geschäftsfeld erneuerbare Polymere und Chemikalien wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten.“

Erste Projekte hat Neste demnach bereits realisiert. So stellte man im Juni 2019 gemeinsam mit LyondellBasell weltweit erstmalig biobasiertes Polypropylen und Polyethylen im industriellen Maßstab her. Die Melitta-Gruppe will diese nun in nachhaltigen Produkten einsetzen.

Bereits Erfahrung in Deutschland

Schon vor der Eröffnung der neuen Niederlassung hat Neste mit einer Reihe von Partnern in Deutschland kooperiert. Erst kürzlich hatte das Unternehmen zum Beispiel die weltweit erste Produktion von biobasiertem Polypropylen und Polyethylen im industriellen Maßstab am Standort Wesseling der LyondellBasell bekannt gegeben.

Zuvor hatte Neste „My Renewable Diesel“ den Flughäfen Hamburg und Stuttgart dabei geholfen, die Emissionen ihrer Fuhrparks zu reduzieren, und eine zentrale Rolle in einem Testprojekt für die Kraftstoffmischung “Diesel R33” in 280 Bussen, Personen- und Lastkraftwagen für über ein Jahr in Coburg gespielt.

Bereits 2011 hatten Lufthansa und Neste gemeinsam Neste „My Renewable Jet Fuel“ auf fast 1.200 Flügen zwischen Frankfurt und Hamburg sowie einer Interkontinentalverbindung zwischen Frankfurt und Washington D.C. getestet. Erst Anfang Oktober gaben beide Unternehmen bekannt, dass Lufthansa den erneuerbaren Flugkraftstoff von Neste als Beimischung zu fossilem Kerosin bei Flügen ab Frankfurt einsetzen wird.

Deutschland ist der vierzehnte Markt, in dem sich Neste mit einer eigenen Organisation etabliert.

Nachhaltiges Unternehmen

Der in Espoo bei Helsinki angesiedelte Konzern, ursprünglich ein Erdölverarbeitungsunternehmen, versteht sich heute als der weltweit größte Hersteller erneuerbaren Diesels und als ein führender Anbieter erneuerbaren Kerosins.

Neste setzte im Geschäftsjahr 2018 mit 5.500 Mitarbeitern rund 15 Milliarden Euro um. Auf dem Global-100-Index der nachhaltigsten Unternehmen belegt das Unternehmen den dritten Platz.

Source: Plasticker, 2019-10-08.

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