18 März 2010

natureplus: Studie zu Nachhaltigkeitslabel

Endbericht zum BMELV-Forschungsvorhaben liegt zum Download vor

Das Forschungsvorhaben wurde im letzten Jahr vom Verbraucherministerium (BMELV) in Auftrag gegeben und gemeinsam vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gGmbH (IÖW, Ansprechpartner: Dr. Frieder Rubik) und vom Öko-Institut e.V. (Ansprechpartnerin: Dr. Jenny Teufel) bearbeitet. Der Endbericht zum Forschungsvorhaben “Untersuchung zur möglichen Ausgestaltung und Marktimplementierung eines Nachhaltigkeitslabels zur Verbraucherinformation” liegt als Download vor.

Das Ziel des Forschungsvorhabens war eine Evaluation des aktuellen Sachstandes von nationalen und internationalen Mess- und Bewertungssystemen im Bereich nachhaltiger Konsum. Darüber hinaus sollte das Vorhaben aufzeigen, welche der vorhandenen Nachhaltigkeitsstandards bzw. -messsysteme am ehesten geeignet sind, um darauf aufbauend ein umfassendes, praktisch nutzbares und politisch anschlussfähiges Nachhaltigkeitslabel zu entwickeln. Ein weiterer Inhalt der Untersuchung war die konzeptionelle Ausgestaltung eines Nachhaltigkeitslabels.

Im Ergebnis empfiehlt das Gutachten “Informelle Gütekriterien” zu entwickeln. Es soll kein eigenständiges Nachhaltigkeitskennzeichen entwickelt werden. Vielmehr sollen die verschiedenen bestehenden (oder auch zukünftigen) Labelsysteme ermutigt werden, sich weiterzuentwickeln, sich selbst als Nachhaltigkeitszeichensystem zu “qualifizieren”. Informelle Gütekriterien sollen den verschiedenen Zeichensystemen in Form eines informellen Orientierungsrahmens einen freiwilligen Mindeststandard aufzeigen, an dem diese sich in ihrer Weiterentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit orientieren können. Die Kriterien sind prozess- und dialogorientiert unter Einbeziehung der verschiedenen Anspruchsgruppen und Zeichensysteme zu erarbeiten. Die Erarbeitung der Gütekriterien soll im Rahmen eines gezielten Erfahrungsaustausches erfolgen. Unterschiedliche Kompetenzen sollen in diesem Prozess gebündelt werden.

Die Erfüllung der Gütekriterien wird nicht offiziell zertifiziert. Der Grad der Orientierung und Einhaltung würde somit in der Obhut der einzelnen Zeichensysteme liegen, eine Zertifizierung durch Dritte ist in dieser Variante nicht vorgesehen. Damit würde auch die Informationslage der Marktakteure auf der Anbieter- und Nachfragerseite sich nicht verändern. Änderungen würden erst dann eintreten, wenn die inhaltliche Fortentwicklung der einzelnen Zeichensysteme durch eine Ausweitung ihrer jeweiligen Betrachtungsbasis kommuniziert und über die Logos signalisiert werden würde.

natureplus hat an der Befragung im Rahmen dieser Studie mitgewirkt und begrüßt die Empfehlung, entgegen ursprünglichen Intentionen nicht ein neues Nachhaltigkeitslabel installieren zu wollen, sondern an den bestehenden Labels anzusetzen. natureplus versteht sich selbst als ein gelungenes Beispiel für ein solches Nachhaltigkeitslabel.

Weitere Informationen
Endbericht zum Forschungsvorhaben ‘Untersuchung zur möglichen Ausgestaltung und Marktimplementierung eines Nachhaltigkeitslabels zur Verbraucherinformation’ (PDF-Datei)

Source: natureplus, Pressemitteilung, 2010-02-11.

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