28 Juni 2005

Nachwachsende Rohstoffe statt Erdöl – Biomasse wird wichtig für unsere Energieversorgung

Verbraucher diskutierten mit Fachexperten auf dem Hessentag

Niedrige Erdöl- und -gaspreise haben über lange Zeit eine sichere Energieversorgung suggeriert. Preisschübe für fossile Energieträger und der klimapolitische Handlungsbedarf erfordern ein zügiges Umdenken und neues Handeln.

Die hohen Energiepreise dürften keine kurzfristige Erscheinung sein. Vieles spricht dafür, dass bei einer weltweit steigenden Energienachfrage bei begrenzter Verfügbarkeit fossiler Energieträger auch die heimische Biomasse als Energieressource für Hessen ins Blickfeld gerät.

Wie, in welchem Umfang und wie schnell das geschehen kann, darüber diskutierten am letzten Samstag auf dem Hessentag in Weilburg:
Karl-Winfried Seif, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz und Vorstandsvorsitzender von HessenRohstoffe (HeRo) e.V., Dr. Josef Auer, Senior Economist der Deutsche Bank Research, Herwig Marloff, Vorsitzender der Hess. Erzeugergemeinschaft für Nachwachsende Rohstoffe w.V., Peter Voss-Fels, Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes, Günter Wilhelm, Geschäftsführer der Knittel Handelsgesellschaft mbH – Mineralöle im Firmenverbund der AVIA und Shell Tankstellen. Heinz Günter Heygen vom HR moderierte die Expertenrunde.

Einhelligkeit herrschte unter den Teilnehmern der Podiumsrunde war, dass in Zukunft nur ein breiter Fächer von Energieträgern die Versorgungssicherheit gewährleisten kann. Dabei spielen die Nachwachsenden Rohstoffe gerade auch für Hessen eine wichtige Rolle. “Hessen hat mit 42% Waldanteil eines der größten Biomassereservoirs in Deutschlands. Auch unter Beachtung der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft lässt sich daraus mit Holz ein erhebliches Energiepotential für den Wärmemarkt mobilisieren. Ähnliches gilt auch für unsere Landwirtschaft. Sie produziert heute schon Strom in Biogasanlagen und Kraftstoffe wie Raps als Rohstoff für Biodiesel. Da liegen noch erhebliche Potenziale.”

Der Wirtschaftsexperte Dr. Josef Auer von der Deutschen Bank forderte, “Deutschland und Europa sollten den Mut zu einer eigenständigen Geopolitik haben. Wer nur auf eine Karte setze, laufe Gefahr, in Zukunft mit leeren Händen dazustehen. Eine höhere Versorgungssicherheit gibt es allerdings nicht zum Nulltarif”, so seine Einschätzung. “Die Auseinandersetzung über den “angemessenen Preis”, der für mehr Sicherheit gezahlt werden soll, wird auch zukünftig zu kontroversen politischen Diskussionen führen.”

Das Land Hessen hat das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V. initiiert, um die energetische und stoffliche Verwertung Nachwachsender Rohstoffe in Hessen zu fördern. Ein weites Netzwerk von in diesem Bereich beteiligten Akteuren soll das Land bei seinem Ziel, bis zum Jahr 2015 den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Gesamtenergiegewinnung im Bundesland auf 15% zu erhöhen, unterstützen.

Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V.
Am Sande 20
37213 Witzenhausen
Tel.: 05542 – 6003350
Fax: 05542 – 6003358
E-Mail: info@hero-hessen.de

(Vgl. Meldungen vom 2005-06-06 und 2005-04-20.)

Source: Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V. vom 2005-06-25.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email