15 Juni 2011

Nachwachsende Rohstoffe für den Maschinenbau

Polymerwerkstoff der Igus GmbH basiert zu 54 Prozent auf pflanzlichem Öl

Die Igus GmbH, Köln, hat einen Werkstoff für Gleitlager entwickelt, der zu 54 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Statt aus endlichem Rohöl wird das Basispolymer des Iglidur-N54-Gleitlagers überwiegend aus pflanzlichem Öl gewonnen. Der mechanisch und tribologisch optimierte Biokunststoff des Unternehmens sei im Niedriglastbereich universell einsetzbar, so das Unternehmen.

René Achnitz ist Produktmanager bei dem Unternehmen, das Kunststoff-Energiekettenherstellt, aber auch an Polymeren forscht. Er sagt, das schmierfreie “N54″ reihe sich im breiten Portfolio der Hochleistungswerkstoffe bei den Werkstoffen für sporadische, niedrig belastete Anwendungen ein und sei ein erster, ernsthafter Schritt in Richtung “grünes Lager”.” Neben dem allgemeinen Maschinenbau sieht Igus vor allem im Konsumgüterbereich Märkte, zum Beispiel in Möbeln oder anderen Alltagsgebrauchsgegenständen.

Das neue Bio-Lager reiht sich in das Unternehmenskonzept ein, für mehr Anwendungen, die mit geschmierten metallischen Gleit- und Wälzlagern arbeiten, umweltgerechtere Alternativen zu entwickeln. Zum einen leisten laut Hersteller Iglidur-Lager ihren Beitrag zur Ressourcen- und Umweltschonung durch ihre inkorporierten Festschmierstoffe. Polymerlager benötigen kein Öl und Fett, sind schmier- und wartungsfrei, sodass keine Kontaminationsstoffe in die Umwelt gelangen, so das Unternehmen. Hinzu komme ihr gegenüber metallischen Optionen geringes Gewicht, was zu geringeren Massen und damit zu weniger Energieverbrauch führt.

Überdies sieht die Energiebilanz beim Herstellen von Kunststoffen deutlich besser aus als bei Metallen. Während zur Produktion von ein Liter Aluminium die Energie von 15 Liter Rohöl notwendig ist und 1 Liter Stahl so berechnet rund 11 Liter Rohöl erfordert, braucht 1 Liter Kunststoff beim Herstellen nur durchschnittlich 1,8 Liter Rohöl. Dieser Wert werde voraussichtlich noch weiter sinken, so das Unternehmen, aufgrund der großen Fortschritte bei der Polymergewinnung auf pflanzlicher Basis. Nach Angaben des Branchenverbandes European Bioplastics soll die Produktionskapazität für Biokunststoffe von rund 700.000 Tonnen im Jahr 2010 auf rund 1,7 Mio. Tonnen bis 2015 wachsen.

Source: Beschaffung aktuell, 2011-06-15.

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