29 Mai 2007

Nachwachsende Rohstoffe am Straßenrand

FAL erkundet Potenzial für Energieerzeugung

Straßenränder hatten einmal ihren Wert als Standort für Nutzpflanzen, wie z.B. Obstbäume. Wenn es nach Wissenschaftlern des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig geht, können Straßenränder schon bald eine Renaissance erleben, und zwar für die Erzeugung von Bioenergie über den Anbau Nachwachsender Rohstoffe. Damit könnten sie einen Beitrag zum Klimaschutz und zum sparsameren Umgang mit fossilen Brennstoffen leisten.

Nawaro an der AutobahnAllein die zu Bundesstraßen und Autobahnen gehörigen Randflächen sowie die Flächen der Autobahnkreuze schätzen die Wissenschaftler der FAL derzeit auf fast 72.000 Hektar. Potenziell könnten allein hierauf, z.B. aus schnell wachsenden Gehölzen über das Biomass-to-Liquid-Verfahren (BtL) 284 Millionen Liter synthetischer Treibstoff erzeugt werden. Das entspricht in etwa 10% der Menge, die 2010 voraussichtlich zur Erfüllung der angestrebten Substitutionsquote von 5,75% bei Dieselkraftstoffen benötigt wird. Wichtigster Vorteil der Nutzung von Straßenrändern für nachwachsende Rohstoffe: Weniger Ackerland wird der Erzeugung qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel entzogen.

Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt in Dessau und der Fachhochschule Osnabrück lokalisieren die FAL-Wissenschaftler nach Profil und Logistik geeignete Flächen mit Hilfe der Fernerkundung und bewerten diese unter Gesichtspunkten der Pflanzenernährung und Bodenkunde sowie landschaftsbaulicher Aspekte.

Kontakt
Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug und Dr. Holger Lilienthal
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde
Bundesallee 50
38116 Braunschweig
Tel.: 0531-596-21 01
E-Mail: pb@fal.de

(Vgl. Nachricht vom 2006-12-13.)

Source: Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Pressemitteilung, 2007-05-24.

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