22 September 2005

Nachhaltiges Bauen: Deutsches Erfolgsmodell in Japan

Deutschland bei der "World Sustainable Building Conference" mit 14 "Leuchtturmprojekten"

Deutschland will im japanischen Tokio zeigen, dass es etwas vom nachhaltigen Bauen versteht: 14 “Leuchtturmprojekte” sollen vom 25. bis 27. September im Reich der aufgehenden Sonne rund 1.500 Teilnehmer aus 70 Ländern bei der “World Sustainable Building Conference” über ressourcenschonendes Bauen, Energieeffizienz und andere Themenschwerpunkte informieren.

BildAusgewählt wurde etwa das in Deutschland einmalige Demonstrationszentrum für energiesparendes und ökologisches Bauen der Handwerkskammer Münster (Paul Schnitker-Haus). Es verzahnt Umweltschutz und Handwerk stärker als bisher und will so der Bauwirtschaft neue ökologische Impulse geben. Das Demonstrationszentrum will Handwerker in der Meisterschule und in Lehrgängen auf innovative und umweltentlastende Bautechniken und -materialien aufmerksam machen und weiterqualifizieren.

Dabei ist das Gebäude selbst Vorbild: Es besteht aus zwei Häusern, die unterschiedliche Energiestandards erfüllen und überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut sind. In das neue Objekt ist auch das “Kompetenzzentrum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen” eingezogen, das seit 2001 bei der Handwerkskammer angesiedelt ist.

Mit dem Neubau eines Konferenz- und Ausstellungszentrums als Niedrig-Energie-Gebäude neben ihrer Verwaltungszentrale betrat auch die DBU architektonisches Neuland – und zeigt diese Innovation jetzt in Japan. Hervorstechend an der Holzskelettkonstruktion ist ein lichtdurchlässiges Membrandach. Es kombiniert die passive Solarenergienutzung – Wärmeenergie im Winter und Tageslicht durch Zenitlicht – mit hohen Komfortanforderungen an Raumklima, Tageslichtversorgung und Raumakustik nach den speziellen Bedürfnissen der darunter liegenden Räume und ihrer Nutzer. Über den Konferenz- und Ausstellungsräumen ist der Gesamtaufbau durchsichtig und erlaubt die Nutzung hochwertiger computergesteuerter Tageslichttechnik durch drehbare Lamellen, die sich nach dem aktuellen Sonnenstand richten.

Die Fußbodenheizung übernimmt im Sommer die Funktion einer umweltschonenden Kühlung. Durch die Rohre fließt durch Grundwasser gekühltes Wasser und sorgt damit für angenehme Temperaturen in den Büros im Sommer. Daneben wird mithilfe von Grundwasser bei Bedarf auch die Außenluft über eine mechanische Lüftung gekühlt. Ein Blockheizkraftwerk versorgt das Ausstellung- und das benachbarte DBU-Verwaltungsgebäude mit Wärme. Auf dem Dach des Neubaus ist eine Photovoltaikanlage installiert.

Source: Umweltdialog vom 2005-09-15.

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