8 Mai 2015

Nachhaltige Waldwirtschaft auf der LIGNA 2015

Umfangreiche Forschungsprojekte sollen auch künftig ausreichende und nachfrageorientierte Holzbereitstellung unter Beachtung der Nachhaltigkeit gewährleisten

Auf der diesjährigen LIGNA in Hannover präsentiert sich die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) vom 11. bis 15. Mai 2015 in Pavillon 33 des Freigeländes mit aktuellen Projekten zur nachhaltigen Waldwirtschaft. Zudem veranstaltet die FNR am 12. Mai im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Vortragsveranstaltung zum Thema “Biomasseheizkessel mit Zukunft”.

Die Holzhandwerks- und Holzindustrie-Messe LIGNA 2015 in Hannover steht im Zeichen des Wandels in der Forstwirtschaft: Während der Umbau zu stabilen Mischwäldern voranschreitet und somit langfristig mehr Laubholz zur Verfügung steht, kommen mit der Bioenergie-Branche und der chemischen Industrie neue Abnehmer zu den klassischen Holzkunden hinzu. Diese Veränderungen begleitet das BMEL durch umfangreiche Forschungsprojekte mit dem Ziel, auch künftig eine ausreichende und nachfrageorientierte Holzbereitstellung unter Beachtung der Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Dazu sind seit dem letzten Jahr 17 Vorhaben gestartet. Auf ihrem Stand in Pavillon 33 informiert die FNR zur Projektförderung. Informationen dazu und zu den bislang im Themenkomplex „Nachhaltige Waldwirtschaft“ geförderten Vorhaben sind auch in der Projektdatenbank auf forst.fnr.de zu finden.

Die Vortragsveranstaltung “Biomasseheizkessel mit Zukunft” am 12. Mai 2015 auf der LIGNA befasst sich mit den Emissionsanforderungen der 2. Stufe der 1. BImSchV, die seit diesem Jahr gelten und trotz des technischen Fortschritts automatisch beschickter Biomasseheizkessel nicht von allen neu in Betrieb genommene Anlagen sicher und dauerhaft eingehaltenen werden können. In Abstimmung mit dem BMEL und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat die FNR einen Lenkungsausschuss eingerichtet, der sich diesem Thema annimmt. Sein Anliegen ist es, erste Erfahrungen sowie mögliche Hemmnisse und Risiken aufzuzeigen und zu diskutieren. Die Veranstaltung, die von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik unterstützt wird, findet ab 10.00 Uhr auf dem Messegelände, ebenfalls in Pavillon 33 statt. Details und Anmeldemöglichkeiten sind auf https://veranstaltungen.fnr.de/ligna2015 zu finden.

Hintergrund: Vier aktuelle Projekte zur „Nachhaltigen Waldwirtschaft“

  • Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg entwickelt im Projekt „Strukturreiche Nadelmischwälder“ einen Simulator, der mit hoher Genauigkeit die Bewirtschaftung von Überführungsbeständen sowie Dauer- und Plenterwäldern planen kann. Er soll für alle Baumarten und Regionen einsetzbar sein, sich an Veränderungen des Baumwachstums anpassen und somit als Entscheidungshilfe für Forstwirte dienen. (FKZ 22018514).
  • Entscheidungshilfen liefern die Ergebnisse des Vorhabens „Maßnahmen zur Erhaltung und Steigerung der Produktivität von Wäldern“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Das Institut für Forstwissenschaften analysiert die Leistungsfähigkeit verschiedener Baumarten auf variierenden Standorten und modelliert daraus die Baumartenwahl und -verteilung für bestimmte Gebiete, um deren Gesamtproduktivität zu erhöhen und die wirtschaftliche Situation von Forstbetrieben zu verbessern. (FKZ 22020914).
  • Das Verbundvorhaben „Kleinprivatwald – Energieversorgung und regionale Wertschöpfung“, an der die Hochschule Rottenburg und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beteiligt sind, versucht einen weißen Fleck in der forstlichen Datenlandschaft zu füllen: Es betrachtet regionale und überregionale Wertschöpfungseffekte (z.B. Einkommen und Steuereinnahmen) und Umweltauswirkungen (z.B. Emissionen von Luftschadstoffen), um Handlungsempfehlungen zu erarbeiten (FKZ 22013014 und 22001715).
  • Phosphor ist eines der am stärksten wachstumslimitierenden Nährelemente. Im Vorhaben „Phosphor-Haushalt als wichtige Steuergröße für eine nachhaltige Waldwirtschaft“ untersucht die Technische Universität München dessen Einfluss und integriert die Ergebnisse in bereits vorhandenen Standortinformationssysteme (FKZ 22022014).

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2015-05-05.

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