14 Dezember 2005

Nach Klimakonferenz: Joanneum Research leitet Aufforstung in China

4.000 Hektar sollen wiederaufgeforstet werden - Weltbank finanziert

Erfolgreich ist die Klimakonferenz in Montreal für die steirische Forschungsgesellschaft Joanneum Research zu Ende gegangen. Sie wird das weltweit erste “Kyoto-Aufforstungsprojekt” im Rahmen der CDM-Vereinbarungen (Hilfen für Entwicklungsländer) in Südchina koordinieren.

Zur Frage des stärkeren Schutzes tropischer Wälder wird Joanneum Research im Mai 2006 eine internationale Konferenz in der Steiermark veranstalten. Im Rahmen der CDM-Vereinbarungen können Industrieländer einen Teil ihrer Klimaschutzziele durch klimafreundliche Projekte in ärmeren Staaten erfüllen. Der Mechanismus ist bisher allerdings nur schleppend in Gang gekommen.

Im Bereich der Wiederaufforstung ging nun das erste Vorhaben an die Antragsteller vom Joanneum Research und der Chinesischen Akademie für Forstwirtschaft, schildert Bernhard Schlamadinger im Gespräch mit der APA. Schlamadinger arbeitet am Institut für Energieforschung der Joanneum Research, die als so genannte “Oberver Organisation” auf der Klimakonferenz vertreten war.

Konkret sollen in der autonomen Region Guanxi Zhuang in Südchina 4.000 Hektar Land wiederaufgeforstet werden. “Es geht darum, das Gebiet, das durch Bodenerosion stark degradiert ist, wiederaufzuforsten. Auf den ersten Blick geht dort gar nichts mehr”, schildert Schlamadinger den Zustand der Projektfläche in dem vom subtropisch feuchten Monsunklima geprägten südchinesischen Gebiet.

Die Pflanzen sollen standortgerecht ausgewählt werden – mindestens 75 Prozent müssen “einheimisch” sein, zum anderen sollen sie so robust sein und gut wachsen, dass sie auch in absehbarer Zeit entsprechende Erträge abwerfen.

Von Seite des Joanneum Research zeichnet man für die Projektplanung und die Verankerung im internationalen Emissionshandel verantwortlich und begleitet die Durchführung, das biologische Know-How kommt von der Chinesischen Akademie für Forstwissenschaft. Vorfinanziert wird das Vorhaben von der Weltbank.

Im Zuge der Klimakonferenz sei auch diskutiert worden, wie der Schutz von tropischen Regenwäldern in einem Kyoto-Nachfolgeprotokoll verankert werden kann. 20 Prozent des menschengemachten Kohlendioxidausstoßes entstünden ja laut Klimasekretariat durch die Verbrennung und Abholzung der Wälder.

Die Vertragsstaaten haben sich in Montreal darauf geeinigt, innerhalb der nächsten zwei Jahre Anreize in die Wege zu leiten, um den Waldverlust effektiv zu verringern. Das Joanneum Research wird im Mai nächsten Jahres dazu eine internationale Konferenz veranstalten.

(Vgl. Meldungen vom 2004-05-03 und 2003-03-17.)

Source: APA Austria Presse Agentur vom 2005-12-13.

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