25 Januar 2006

NABU kritisiert: Untätigkeit des Bundes trotz ungebremsten Waldsterbens

Deutsche Eiche ist so krank wie nie zuvor - rund die Hälfte schwer geschädigt

Der deutschen Eiche geht es so schlecht wie niemals zuvor. So lautet das Ergebnis des Waldzustandsberichtes 2005, der heute durch das Agrarministerium in Berlin vorgestellt wird.

Insgesamt weisen immer noch fast ein Drittel aller Bäume in Deutschland (29 Prozent) schwere Schäden auf. Bei der Eiche, eine der wichtigsten Baumarten in deutschen Wäldern, zeichnet sich laut Bericht eine alarmierende Zunahme der Kronenverlichtung auf einen historischen Höchststand ab. Demnach sind die Hälfte der Bäume (51 Prozent) schwer geschädigt.

Angesichts des alarmierend schlechten Zustandes des deutschen Waldes fordert der NABU die Bundesregierung zum zügigen Handeln auf. “Bereits im vergangen Jahr verzeichnete der Waldzustandsbericht die stärksten Baumschäden seit Beginn der Aufzeichnungen.

In diesem Jahr zeigt sich das gleiche jämmerliche Bild mit einer weiteren dramatischen Verschlechterung bei der Eiche und teilweise bei der Kiefer”, warnte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Es könne nicht mehr hingenommen werden, dass die jeweilige Bundesregierung auf diese Entwicklung mit Aussitzen des Problems reagiere. “Schadensbilder in dieser Wiederholung und Häufigkeit machen die existentielle Bedrohung unseres Waldes deutlich”, so Tschimpke.

Aus Sicht des NABU ist es daher unverständlich, dass die dringend notwendige Novelle des Wald- und des Jagdgesetzes in der letzten Legislaturperiode nicht umgesetzt wurde.

Nach den Erklärungen der jetzigen Bundesregierung sollen diese Gesetzesvorhaben im Falle des Jagdgesetzes gar nicht angegangen, im Falle des Waldgesetzes, auf die lange Bank geschoben werden.

“Wenn die Bundesregierung nicht schnell die gesetzlichen Weichen in Richtung einer stabilisierenden Waldbehandlung stellt, werden sich die negativen Waldzustandsberichte in einigen Jahren mangels Wald von selbst erledigt haben”, so Tschimpke.

Neben Maßnahmen zu Luftreinhaltung und Klimaschutz fordere der NABU den Verzicht auf Kahlschläge und Pflanzenschutzmittel sowie den Schutz von Totholz. Ein modernes Jagdgesetz müsse dazu beitragen, die zu hohen Schalenwildbestände einzudämmen, damit die nachwachsenden Bäume nicht sofort wieder vom Wild verbissen werden.

Für Rückfragen
Gregor Beyer
NABU-Wald- und Jagdexperte
Tel. 0174-1826504

(Vgl. Meldung vom 2006-01-24.)

Source: NABU-Pressemeldung vom 2005-01-24.

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