7 März 2016

Multifunktioneller „Fassadenladen“ aus biobasiertem Kunststoff

Alternative könnte konventionelle Sonnenschutzsysteme aus Aluminium oder Kunststoff ersetzen

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Tecnaro-Granulat-Herstellung. Foto: Tecnaro GmbH

Ein Forschungsverbund unter Koordination der Technischen Hochschule Nürnberg / Fakultät Architektur will ein modernes Fassadenelement aus Biopolymeren entwickeln. Das neue Bauteil soll besonders den vertikal zonierten unterschiedlichen Funktionen wie Sonnenschutz und gute Tageslichtnutzung, Sichtkontakt nach außen, Zuluft-/Abluftöffnungen in effizienter Weise gerecht werden. In Anlehnung an den klassischen Fensterladen nennen es die Forscher „Fassadenladen“.

Das im Februar gestartete zweijährige Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über den Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Zielsetzung ist ein industriell gefertigtes, modulares Baukastensystem, das wahlweise auf die Anforderungen von Wohnungs- und Bürogebäuden beim Neubau und im Bestand angepasst und im gesamten Fassadenbereich eingesetzt werden kann. Der „Fassadenladen“ soll bei verglasten Gebäudeöffnungen die Durchlässigkeit für Strahlung, Licht und Luft bei wechselnden Witterungsbedingungen und Nutzerwünschen anpassen können.

Beim Material haben die Forscher sich ambitionierte Ziele gesteckt: Es soll ein thermoplastischer Biokunststoff mit sehr hohem Anteil nachwachsender Rohstoffe zum Einsatz kommen. Untersuchungen zur Witterungsbeständigkeit und zum Brandverhalten gehören zum Projektumfang. Als Verarbeitungsmethode setzt das Entwickler-Team auf die Extrusion. Der „Fassadenladen“ als Gestalt prägendes Bauteil für Gebäude soll sich von bekannten Lösungen auf dem Markt absetzen und ästhetische Qualitäten neuartiger biogener thermoplastischer Werkstoffe zum Ausdruck bringen.

Bedarf und Flächenanteile von Baukomponenten im Fassadenbereich sind groß. Forschungsergebnisse des Projektes „Fassadenladen“ lassen sich voraussichtlich auf zusätzliche Funktionen und Komponenten der Gebäudehülle (weitere Sonnenschutzsysteme, Öffnungselemente, Bekleidungen etc.) übertragen.

Die Forscher erhoffen sich deshalb von biobasierten Varianten entsprechend große Effekte bei der Reduzierung der enormen Stoff- und Energieströme im Gebäudebereich. Bauprodukte aus Biokunststoffen speichern ähnlich wie Holz den Kohlenstoff, den die Pflanzen beim Wachsen in Form von CO2 aufgenommen haben, für lange Zeit und tragen so zum Klimaschutz bei.

 

Informationen und Ansprechpartner stehen auf fnr.de im Menü Projekte & Förderung unter folgenden Förderkennzeichen zur Verfügung:

22031012 Wissenschaftliche Begleitung, Koordinierung
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

22013515 Werkstoffprüfung
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg / Lehrstuhl für Kunststofftechnik

22013615 Bauphysikalische Bewertung
Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP)

22013815 Materialentwicklung
TECNARO Gesellschaft zur industriellen Anwendung nachwachsender Rohstoffe mbH

22013915 Prototyp
Joma-Polytec GmbH

22013715 Produktbezogene Untersuchungen
ROMA KG

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Pressemitteilung, 2016-03-02.

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