2 April 2011

Motive Industries und Ford bilden Joint Venture für Hanf-E-Auto

Kestrel EV soll 2012 in Produktion gehen

Dass man Industrie-Hanf nicht nur zum Flechten von Seilen und Abdichten von Leitungen benutzen kann, zeigt jetzt der kanadische Automobildesigner und Fahrzeugentwickler “Motive Industries”. Der Clou an der viersitzigen Elektroauto-Studie “Kestrel”, zu deutsch “Turmfalke”: Sie ist zu großen Teilen aus Hanf gefertigt. Der biologische Rohstoff habe den Vorteil, so haltbar wie das im Bootsbau verwendete Glasfaser-Material zu sein, zugleich sei es “aber unglaublich leichtgewichtig”, schwärmt Firmenpräsident Nathan Armstrong.

So wiegt der Kompaktklässler inklusive Batterie nur 1.130 Kilogramm, also rund 150 Kilo weniger als ein konventionell angetriebener Ford Focus. Dadurch könnte der Energieverbrauch um 25 bis 30 Prozent gesenkt werden. Möglich machen soll es das Material: In Sachen Festigkeit und Leichtgewicht entspricht der Werkstoff Hanf laut den Ingenieuren Kohlenstofffasern (Karbon), die in Sportwagen oder Elektrofahrzeugkonzepten wie BMWs “Megacity Vehicle” Verwendung finden. Allerdings handelt es sich bei Hanf um einen schnell nachwachsenden Rohstoff, der deutlich billiger zu produzieren ist als Karbon.

Für den Einsatz im Automobilbau werden die Hanf-Fasern mit Polymer-Harz versetzt und zu Matten geflochten. Das soll die Produktionskosten des Autos auf 25.000 Dollar (umgerechnet 17.750 Euro) senken. Ein fahrbereiter Prototyp ist nach Herstellerangaben so gut wie fertig. Schon 2012 könnte die Serienproduktion beginnen. Nur “in der Pfeife rauchen” kann man das Hanf-Mobil natürlich nicht.

Den Link zum Original-Artikel mit Bildern finden Sie hier.

Source: stern.de, 2011-04-02.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email