14 Februar 2008

Mossi & Ghisolfi plant Europas größtes Bioethanol-Werk für Benzinmotoren

Anlage auf Jahresproduktion von 200.000 Tonnen ausgelegt

Mossi&Ghisolfi, der weltweit größte Pet-Hersteller für Lebensmittelverpackungen mit Sitz in Tortona bei Alessandria, will über die Unternehmenstochter Chemtex International Europas größtes Werk zur Herstellung von Bioethanol für Benzinmotoren bauen. Die in der piemontesischen Kleinstadt Rivalta Scrivia gelegene Anlage ist auf eine Jahresproduktion von 200.000 Tonnen ausgelegt und soll damit 20 Prozent des von der EU gewollten europäischen Fahrzeugverbrauchs an Bioethanol decken.

“Mit den herkömmliche Verfahren kann das von der Brüsseler Kommission vorgesehene Ziel, ab 2020 mindestens zehn Prozent des Kraftstoffbedarfs aus nachwachsenden Rohstoffen zu decken, nicht erreicht werden”, meint der Juniorchef Guido Ghisolfi. “Deshalb haben wir als Ausgangstoff das in Italien weit verbreitete Schilfrohr gewählt.” Es handele sich um eine zellulosereiche und zudem sehr schnellwüchsige Pflanze, die im Gegensatz zu Mais oder Zuckerrohr keine großen Ansprüche an die Wasser- und Düngerversorgung stelle und zudem weniger Flächenbedarf habe.

Ein weiteres Argument für die Vorteilhaftigkeit des Projektes sei die mangelnde Konkurrenz zur menschlichen Ernährung. “Die Verwendung von Biokraftstoffen darf nicht dazu führen, dass wichtige Grundnahrungsmittel knapper und teurer werden,” meint Ghisolfi. “Außerdem hat sich bei der Destillation von Mais und Zuckerrohr gezeigt, dass der für den Anbau erforderliche Energieaufwand oft die Energieausbeute übersteigt.”

Doch Guido Ghisolfi’s Pläne reichen bereits ein ganzes Stück weiter: Ein fünfzehnjähriges Forschungsprogramm unter dem Namen “Pro.e.sa.” soll zu einer weiteren Generation von Bioethanol-Techniken führen. Als Grundstoff gedacht ist dabei eine ligninhaltige Biomasse, mit deren Hilfe die CO2-Emissionen gegenüber herkömmlichem Benzin um 85 Prozent reduziert werden kann. Eine Optimierung des Verfahrens und die Errichtung einer Pilotanlage ist für das Jahr 2012 vorgesehen.

(Vgl. Meldung vom 2008-02-14.)

Source: Pressetext, 2008-02-14.

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