22 Mai 2001

Modellregion Müritz expandiert

Das noch junge Koordinierungsbüro Nachwachsende Rohstoffe in Bollewick (Müritzkreis), das sich seit März in der Feldsteinscheune bei der Arbeits- und Ausbildungsinitiative etabliert hat, arbeitet mit berechtigtem Optimismus. Fördermittel für zwei Mitarbeiter wurden bereits vom Landwirtschafts- und Arbeitsministerium bewilligt, wenn auch der Kabinettsbeschluss zum Innovationsprogramm noch fehlt. Zielsetzung des ehrgeizigen Projekts sind die Optimierung von Vermarktung und Absatz der verschiedenen Produkte der Region sowie die Förderung einzelner Unternehmensprojekte im Bereich Nachwachsende Rohstoffe (vgl. auch Meldung vom 10.-12.04.01).

Das Arbeitsfeld umfasse inzwischen das gesamte Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte mit den Kreisen Demmin, Müritz, Mecklenburg-Strelitz und die Stadt Neubrandenburg, so Jan Hinrich Böttcher, der Leiter des Koordinierungsbüros. “In unserer ländlichen Region haben viele mit nachwachsenden Rohstoffen zu tun. Wir suchen den Kontakt mit allen Leuten, die mit dem Thema zu tun haben.” So initiierte bereits eine erste Gesprächsrunde den versuchsweisen Anbau von Leindotter, um diesen in einer Ölmühle in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu verarbeiten.

Die Gewinnung alternativer Treib- und Schmierstoffe ist einer von vier Projektschwerpunkten der Koordinierungsstelle. Böttchers Traum geht dahin, dass in Zukunft etwa jedes zweite Dorf eine eigene Ölmühle hat, die als Rapsöl-Tankstation für Traktoren oder andere Öko-Fahrzeuge Einsatz findet. Als Pilotprojekt ist nun eine Aufbereitungsanlage für Hanf- und Flachsstroh geplant sowie Engagement in den Bereichen Holzheizung und Catering-Geschirr aus Kartoffelstärke und Faserpflanzen.

Der studierte Holzwirt unterschätzt jedoch auch den wirtschaftlichen Aspekt nicht: “Bei Projekten nur auf Fördermittel zu bauen, funktioniert nicht.” Die einzelnen Vorhaben müssen sich wirtschaftlich tragen, der Idealismus darf nicht zu Blindheit führen. Am 30. Mai stellt sich nun das Koordinierungsbüro bei einem erneuten “Scheunengespräch” der breiten Öffentlichkeit vor. Experten werden dann u.a. zu den Themen Holzheizung, Treib- und Schmierstoffe aus heimischen, landwirtschaftlichen Produkten und Hanf informieren.

Weitere Informationen und Anmeldungen zum “Scheunengespräch” bei
Koordinierungsbüro Nachwachsende Rohstoffe
Dr. Jan Hinrich Böttcher
Tel.: 03 99 31 – 53 08 20
Fax: 03 99 31 – 53 08 18
E-Mail: jh.boettcher@planet-interkom.de
Internet: www.die-scheune.m-vp.de

Autorin: Marion kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Nordkurier-Online vom 19.05.2001.

Source: Nordkurier-Online vom 19.05.2001.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email