30 Dezember 1999

Modedesigner Armani experimentiert mit neuer Textilfaser auf Holzbasis

Der bekannte Modedesigner Armani ist nach Angaben der Firma Lenzing aus Österreich der erste Modeschöpfer, der eine Jeanshose aus der Faser Lenzing Lyocell auf den Markt gebracht hat. Die neuartige Faser basiert auf Zellulose und stellt eine Weiterentwicklung der ökologisch nicht unproblematischen Viskosefasern dar.

Zellulose wird aus dem nachwachsende Rohstoff Holz gewonnenen. Holz brauche, betont man bei Lenzing, eine weniger intensive Bewässerung als z.B. Baumwolle, weshalb Lyocell ökologisch eindeutig besser abschneide. Auch die Herstellung der Faser sei äußerst umweltfreundlich. Durch eine nahezu vollständige Kreislaufführung werde das für den Produktionsprozess notwendige Lösungsmittel beinahe zu hundert Prozent zurückgewonnen.

Nach Angaben von Dieter Eichinger, Produktmanager bei Lyocell, sei der “Einführungswiderstand” der auf Holz basierenden Faser in der Modebranche und der Textilindustrie gering. So sind etwa Damen-Bodys von Triumph neuerdings aus Lyocell, ebenso wie Unterwäsche der Firma Schiesser. Der österreichische Inlett- und Steppwarenproduzent Hefel Textil fertigt seit einem Jahr “Bettdecken aus Holz”. Erste Handtücher, die teils aus Baumwolle, teils aus Zellulose bestehen, werden ebenfalls seit kurzem vertrieben.

Die neue Textilfaser zeichnet sich durch sehr viele gute Eigenschaften aus, so dass man bei Lenzing erwartet, dass mittelfristig noch mehr Artikel, die bisher der Baumwolle vorbehalten waren, aus ihr hergestellt werden. Besonders bei Heimtextilien und technischen Textilien sieht man ein gutes Entwicklungspotential.

Lenzing Lyocell kann mit konventionellen Textilfarben veredelt werden. Ausserdem lässt sich die Faser auf normalen Spinnmaschinen weiterverarbeiten.

Autor: Klaus-Martin Meyer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quellen: Der Standard (Wien) vom 30.12.99 und nova-Archiv.

Source: Der Standard (Wien) vom 30.12.99 und nova-Archiv.

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