19 Dezember 2011

Mobiltextilien – so wertvoll wie noch nie!

Naturfasereinsatz spart im Automobil bis zu 40% Gewicht

Unsere Welt ist im stetigen Wandel. Die Verstädterung nimmt zu, das Bevölkerungswachstum geht rasant weiter. Prognosen zufolge werden in 2050 über 9 Milliarden Menschen auf unserer Erde leben und bereits 2020 rund 1,2 Milliarden Autos über die Straßen rollen.

Dementsprechend hat sich die Automobilindustrie im letzten Jahrhundert zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige entwickelt. Wurden 1982 weltweit “nur” 36,2 Mio. Kraftwagen (Pkw, Lkw und Busse) hergestellt, so waren es 2010 mit 77,6 Mio. Kraftwagen bereits mehr als doppelt so viel. Dabei lag China in 2010 mit 18,3 Mio. produzierten Kraftfahrzeugen unangefochten auf Platz Eins der Hersteller-Länder und konnte seine Produktion um sage und schreibe das Sechzigfache seit Anfang der 1980er-Jahre steigern, gefolgt von Japan mit 9,6 Mio. produzierten Kraftfahrzeugen, den USA mit 7,7 Mio. Kraftfahrzeugen und Deutschland mit 5,9 Mio. Kraftfahrzeugen. Nach Schätzungen der Unternehmensberatung Roland Berger werden schon im Jahr 2015 rund 18 Millionen Chinesen einen Neuwagen kaufen. Dies verdeutlicht die momentane und noch weiter wachsende Dominanz der chinesischen Automobilproduktion. (Quelle: Newsletter 4 2011, Groz-Beckert)

Für die Automobilzulieferindustrie ist es sehr schwer, die richtigen Maßnahmen für den expandierenden Automobilmarkt in China zu entwickeln. Klar ist jedoch, dass die richtige Strategie zum entscheiden Faktor für Erfolg oder Misserfolg wird. Hinzukommt die generelle Thematik der knappen Ressourcen und steigenden Rohstoffpreise, weshalb sich die Fahrzeughersteller intensiv um Gewichts- und Verbrauchsoptimierungen bemühen. Ein wichtiges Stichwort ist dazu die Elektro-Mobilität. Ob nun rein batteriebetrieben oder mit Hilfe von Wasserstoff, die neuen Antriebskonzepte bringen erhebliches zusätzliches Gewicht mit sich. In diesem Punkt können Mobiltextilien einen sehr wertvollen Beitrag leisten, denn sie vereinen vor allem die positiven Eigenschaften der Leichtigkeit in sich: gute Schalldämmung, UV-Beständigkeit, Festigkeit, Verformbarkeit und Abriebfestigkeit. Folglich werden den textilen Verbundwerkstoffen in der Fahrzeugproduktion weltweit exzellente Wachstumsaussichten bescheinigt. Die enorme Vielzahl der unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von Mobiltextilien im Fahrzeugbau bietet ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Beträgt heute der Anteil von Textilien in einem PKW der Mittelklasse noch etwa 25 Kilogramm, wird sich dieser in nur wenigen Jahren auf 30-35 Kilogramm erhöhen. Anteilig werden davon 50-60 Prozent Vliesstoffe sowie Filze und 40-50 Prozent andere textile Flächengebilde sein. Auch der Einsatz von Naturfasern bzw. Fasermischungen in der PKW-Produktion wird weiter zunehmen. Zum Einen aufgrund der verbesserten Recyclingfähigkeit, aber vor allem wegen des leichteren Gewichtes von Naturfasern gegenüber den Chemiefasern, was zu einer Gewichtsersparnis von bis zu 40 Prozent pro PKW führen kann. (Quelle IVGT, 2010)

Lead Market Deutschland
In Deutschland ist der Anteil von Mobiltextilien am Gesamtmarkt der Technischen Textilien mit rund 22 % das größte Teilsegment. Deren Einsatzmöglichkeiten sind unter anderem Filter für Luft und Kraftstoffe, Fahrzeug-Planen, Airbag-Luftsack, Sicherheitsgurte, Verbundstoffe für Strukturbauteile, Formteile für die Innenausstattung, Innendekor für Formteile, Sitz- bzw. Schonbezüge, Sitzformteile, Auto-Bodenbelag, Verschlusssysteme, Antriebsriemen und Schläuche. Speziell im automobilen Innenraum lässt sich durch Spacer-Textilien die Klimakontrolle effizienter gestalten. Für eine bessere Geräuschdämmung lassen sich neue recycelbare Verbundmaterialien einsetzen, die aus Vliesen, beflockten Flächen oder Membranen bestehen. Generell geht der Trend bei den Mobiltextilien in Richtung Sicherheit und Funktionalität. Die Fahrzeuge müssen immer sicherer werden und sollen gleichzeitig auch innovative Funktionen z.B. mittels smart textiles (leitende Textilien), erfüllen. Rund 70 Prozent der technischen Innovationen hängen mit den Materialeigenschaften zusammen, d. h. der Bedarf an neuen Werkstoffen treibt Forschung und Entwicklung voran.

Source: Mtex, Pressemitteilung, 2011-12-19.

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