9 September 2005

Mobil mit Nachwachsenden Rohstoffen

biomasse 2005 präsentiert moderne Fahrzeugantriebe

Die 3. Fach- und Verbrauchermesse für Nachwachsende Rohstoffe und Solarenergie, biomasse 2005, findet vom 21. bis 23. Oktober auf dem Straubinger Messegelände “Am Hagen” statt. Die Messe präsentiert das gesamte Feld der Nachwachsenden Rohstoffe, von ihrer energetischen Nutzung bis zu Produkten für Haushalt und Industrie, auch der Solarenergie ist ein Bereich gewidmet.

“Die weltweiten Erdölvorkommen sind endlich, deshalb muss es zu erdölbasierten Kraftstoffen und Industrieprodukten Alternativen geben, die jetzt und auch in Zukunft bezahlbar sind”, erklärt Gilbert Krapf, Geschäftsführer der im Straubinger Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe beheimateten Messegesellschaft biomasse GmbH. Die bereits zum dritten Mal in der Stadt der Nachwachsenden Rohstoffe durchgeführte Messe widmet sich mit einer Sonderschau und Fachgesprächen modernen Kraftstoffen und alternativen Antriebsmodellen.

Fahrzeugpräsentationen

Ortsansässige Vertragshändler wie Chevrolet, Ford, Toyota, Volvo und VW zeigen, dass Biodiesel-, Pflanzenöl-, Ethanol-, Hybrid- und Gasantrieb schon heute dem individuellen Mobilitätswunsch gerecht werden und dabei die Umwelt und den Geldbeutel weniger belasten. Ein Solarmobil wird ebenfalls ausgestellt. Diese Bandbreite alternativer Mobilitätsformen wird in einem von C.A.R.M.E.N.”[www.carmen-ev.de], der bayerischen Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, organisierten Fachgespräch von Experten präsentiert und zur Diskussion gestellt. Dabei werden PKW für die individuelle Mobilität ebenso gezeigt wie landwirtschaftliche Fahrzeuge und Fuhrparks des Transportgewerbes.

Die Preiskapriolen bei Kraftstoffen machen deutlich, wie anfällig die Energieversorgung in Zeiten von Krisen, Naturkatastrophen und Ausfall von Förderländern auf Lieferengpässe reagiert. Die Freigabe nationaler Ölreserven kann nur kurzfristig greifen. Viel effektiver sind bislang kaum genutzte Einsparpotenziale wie kraftstoffsparende Fahrzeuge und auf Nachwachsenden Rohstoffen beruhende Kraftstoffe.

Audi und VW setzen auf Biodiesel

Biodiesel stellt seine Alltagstauglichkeit als genormter Kraftstoff (DIN EN 14 2 14) aus heimischem Rapsöl für Vielfahrer und Flottenbetreiber bereits seit Jahren erfolgreich unter Beweis. Der reduzierte Rußausstoß, weniger schädliche Abgase durch gute Zünd- und Brenneigenschaften, reduzierter Motorverschleiß durch hervorragende Schmierfähigkeit, ein gut ausgebautes Tankstellennetz, die Sicherung von Arbeitsplätzen im eigenen Land und die Reduktion der Importabhängigkeit machen Biodiesel zum derzeit marktstärksten Biokraftstoff.

Daewoo gibt Gas

Flüssiggasfahrzeuge sind inzwischen ebenfalls als Serienprodukte erhältlich. Über 30.000 dieser Fahrzeuge sind bereits auf Deutschlands Straßen unterwegs und nutzen ein flächendeckendes Netz von 650 öffentlichen und zahlreichen Betriebstankstellen. Die Modelle können bivalent, per Knopfdruck von Gas- auf Benzinbetrieb umschaltbar, oder als monovalente Variante für den Betrieb mit Gas optimiert und mit einem kleinen Benzintank für den Notfall ausgerüstet sein.

Ein mit bivalentem Antrieb ausgestatteter Daewoo Nubira Kombi wird auf der biomasse 2005 zeigen, dass das Kofferraumvolumen durch den in der Reserveradmulde untergebrachten Gastank nicht eingeschränkt wird. Laut Aussage des Geschäftsführers der Chevrolet Deutschland GmbH amortisiert sich für Vielfahrer auch eine nachträgliche Umrüstung gebrauchter Fahrzeuge in sehr
kurzer Zeit, da bis zu 40 Prozent der Treibstoffkosten eingespart werden.

Volvo, Opel und Fiat setzen auf Erdgas

Ein im Hinblick auf die verbrennungstechnischen Eigenschaften fast idealer Ottokraftstoff ist Erdgas, das mit 130 Oktan deutlich klopffester ist als Benzin und für ein viel ruhigeres Motorengeräusch sorgt. Die Gasbehälter der Erdgasfahrzeuge sind aus Sicherheitsgründen außerhalb des Aufprallbereichs in einer Stahlkonstruktion unter dem Unterboden angebracht und halten wesentlich höhere Drücke aus, als beim Betanken auftreten.

Die Fahrzeuge besitzen zusätzlich einen Benzintank, der bei Bedarf automatisch aktiviert wird. Volvo bietet den S80, den V70 und den S60 als Bi-Fuel-Version an, die per Knopfdruck von Erdgas auf Benzin umgestellt werden können. Auch der Opel Zafira CNG, der Fiat Multipla “Biopower”, der Golf Variant “BiFuel” und zahlreiche Nutzfahrzeuge verschiedener Hersteller können Erdgas tanken. Im Vergleich zu Benzin können bis zu 50 Prozent der Kraftstoffkosten eingespart werden, wie Opel für den Zafira CNG angibt. Zur Zeit existieren gut 600 Erdgastankstellen.

Flexibel mit dem Ford Focus

Was in Brasilien schon lange praktiziert wird, stellt sich zunehmend auch für Autofahrer in Deutschland als Alternative heraus: Ethanol, aus stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffen als Kraftstoff für Benzinmotoren. In speziell auf Ethanol abgestimmten Motoren kann der sehr klopffeste Alkohol seine Eigenschaften besonders unter Beweis stellen: Reduktion der Emissionen bei steigender Leistungsfähigkeit und geschlossenem CO2-Kreislauf, ganz ohne Zugabe von Additiven.

Derzeit wird der Biokraftstoff lediglich zu fünf Prozent dem Benzin beigemischt. Als “Flexible Fuel Vehicle”, das sowohl mit Ethanol als auch mit Benzin in jedem beliebigen Mischungsverhältnis betrieben werden kann, bietet Ford
mit seinem Focus FFV und dem Kompact-Van C- MAX auch in Deutschland zwei Modelle an. Einziger Schwachpunkt ist das derzeit noch kaum vorhandene Tankstellennetz.

Landwirtschaftsminister Josef Miller stellte auf einer Fahrzeugpräsentation für Bayern in Aussicht, dass dieser umweltfreundliche Kraftstoff vom Acker nutzbar wird. Immerhin arbeiten die landwirtschaftlichen Brennereien im Freistaat weit unter ihrer Kapazitätsgrenze und könnten gut 100.000 Tonnen Ethanol produzieren. Durch die Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe, die zunächst bis Ende 2009 gilt, können die Autofahrer mit Ethanol laut Aussage von Ford um bis zu 20 Prozent Betriebskosten sparen. (Vgl. Meldung vom 2005-08-11.)

Toyota Prius spart mit Hybrid-Technologie

Die Hybrid-Synergy-Drive-Technologie des Toyota Prius verbindet einen kraftvollen Benzinmotor mit einem drehmomentstarken Elektromotor. Automatisch wird während der Fahrt immer der optimale Antrieb ausgewählt. Die Batterien für den Elektromotor, die unter der Rückbank Platz finden, werden nicht an der Steckdose geladen, sondern profitieren von der kinetischen Energie der Fahrzeuge, die beim Verzögern frei wird. Mit einem Verbrauch von 4,3 Litern auf 100 km ist der Prius einer der sparsamsten Benziner auf dem Markt.

Alle auf der biomasse 2005 präsentierten Fahrzeuge und Antriebsvarianten zeigen, dass inzwischen für alle Bedürfnisse Serienlösungen auf dem Markt erhältlich sind. Der Eintritt zur Messe und zu den Fachgesprächen ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Das Messeprogramm und die Fachgesprächstermine stehen in Kürze im Internet zum Abrufen bereit.

Kontakt
biomasse GmbH
Schulgasse 18
94315 Straubing
Tel.: 09421- 960-374
Fax: 09421- 960-329
E-mail: [email protected].

(Vgl. Veranstaltungshinweis vom 2005-10-21.)

Source: "Pressemitteilung des C.A.R.M.E.N. e.V. vom 2005-09-07.

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