2 Mai 2001

MKS bringt Hanfbetrieb in den Aufwind

Wieder gebar die Dramatik der Umstände ein neues Hanfprodukt, das die Zehdenicker Hanf-Fertigungsmaschinen auf Hochtouren bringt. Denn Christian Krasemann, Geschäftsführer der Zehdenicker Hanffabrik, hat schnell reagiert, als aufgrund der Maul- und Klauenseuche überall Desinfektionszonen und damit Einfallsreichtum vonnöten waren. Der 51-Jährige Maschinenbauingenieur wusste, worauf es jetzt ankam und entwickelte fast über Nacht mit seinem Team Desinfektionsmatten aus Hanf-Vlies, die den gestellten Anforderungen nach gleichzeitiger Saug- und Strapazierfähigkeit perfekt gerecht wurden (vgl. auch Meldung vom 15.03.01).

Jetzt liegen seine neu zu Ehren gekommenen und mit Desinfektionsmitteln getränkten Hanf-Vliese nicht nur im Bremer Fährhafen und dem Frankfurter Airport, sondern auch vor vielen Ställen in Mecklenburg-Vorpommern, der Mark Brandenburg und vielen anderen landwirtschaftlichen Betrieben mit Desinfektionsbedarf.

Die neue Nachfrage sichert nun weiterhin das Überleben der Hanffabrik mit ihren sieben Beschäftigten, die jährlich 120 Tonnen Hanffasern zu unterschiedlichsten Produkten verarbeiten. So findet sich Zehdenicker Hanf-Vlies inzwischen neben allgemeinen Fahrzeugbau-Zulieferungen in BMW-Türinnenverkleidungen, in Dämm-Matten, Geotextilien und Polsterwerkstoffen (vgl. auch Meldung vom 7.-15.02.00).

Für Krasemann und sein Team sind die bisherigen 350.000 DM Jahresumsatz jedoch nur der Anfang. “Wir suchen nach weiteren sinnvollen Einsatzgebieten”, und nach effektiveren Verarbeitungstechnologien – denn noch ist Hanf teurer als herkömmliche Werkstoffe. Doch Krasemann bleibt optimistisch: “Die ersten Computer haben auch Millionen gekostet.”

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Stuttgarter Nachrichten – online vom 02.05.2001.

Source: Stuttgarter Nachrichten - online vom 02.05.2001.

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