16 September 2004

Mit zweieinhalb Kubikmeter Holz über den Winter

SonnenhausDas Haus in der Rabenstraße 19 in Straubing fällt auf: die Außenfassade aus Holz, das Süddach quer zur Straße und komplett verglast. Gisela und Volker Diergardt kann es nur recht sein. Dank der Holzständerbauweise mit sehr guten Dämmeigenschaften, der großen Solarwärmeanlage auf dem Dach und der konsequenten Ausrichtung nach Süden können sie ihr Haus ausschließlich mit Sonne und Holz beheizen. “Nur zweieinhalb Ster Brennholz haben wir in unserem ersten Winter verbraucht”, freut sich Volker Diergardt. “Insgesamt brauchten wir nur 14 Mal nachzuheizen: das erste Mal am 22. November, das letzte Mal am 13. Februar. Ansonsten sorgt bei uns die Sonne für Wärme.”

Mit dem Energiesparhaus hat sich das Ehepaar einen lang gehegten Traum vom Umwelt und Klima schonenden Wohnen erfüllt. Die Entscheidung fiel auf ein Sonnenhaus, einem Bau- und Heizkonzept, das der Straubinger Architekt Georg Dasch entwickelt hat. Eine Solaranlage liefert mindestens die Hälfte der für Heizung und Warmwasser benötigten Wärme in dem “Niedrigstenergiehaus”, den Restbedarf im Idealfall eine moderne Biomasseheizung. Diergardts nutzen ihre gesamte, 41 Grad steile Dachfläche für die Energieerzeugung durch die Sonne. 60 Quadratmeter Sonnenkollektoren sorgen für Wärme, 30 Quadratmeter Photovoltaikmodule für Strom. Den Solarstrom speisen Diergardts in das öffentliche Netz ein, das erhitzte Wasser aus den Sonnenkollektoren fließt in einen Solarspeicher. Der stählerne Tank ist in die Wohnfläche integriert und reicht vom Keller bis in das Erdgeschoss.

Rund 75 Prozent des Wärmebedarfs für eine Wohnfläche von 220 Quadratmeter kann Familie Diergardt so allein durch die Sonne decken. Im Winter heizt sie mit einer 25-Kilowatt-Stückholzheizung nach. Um den Strombedarf so niedrig wie möglich zu halten, haben die Diergardts auf eine elektrisch betriebene Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verzichtet. So verbrauchen sie lediglich acht Kilowattstunden Primärenergie je Quadratmeter pro Jahr. Zum Vergleich: In Altbauten liegt der Verbrauch bei etwa 250 Kilowattstunden pro Jahr.

Nähere Informationen finden Sie im Internet unter www.sonnenhaus-institut.de

Source: DGS-Newsletter vom 2004-09-16.

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