22 Juni 2004

Mit Salatöl sogar auf den Nürburgring

Bericht zum 3. Pflanzenölfahrertreffen

Aachen. Pflanzenöl schmeckt nicht nur gut, sondern es kann auch bewegen. Diese Einsicht teilt Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, mit rund 300 Pkw- und Lkw-Besitzern in Aachen, die ihre Untersätze mit Pflanzenöl betreiben.

“Ich habe meinen Golf IV umrüsten lassen, rund 50.000 Kilometer damit zurückgelegt und es hat bisher keine Komplikationen gegeben”, zeigte sich Griese vom alternativen Treibstoff überzeugt, dem er angesichts immer knapper werdender fossiler Brennstoffe eine große Zukunft voraussagte: In Vertretung für Ministerin Bärbel Höhn war Griese einer der Teilnehmer beim 3. Pflanzenölfahrertreffen des Bundesverbandes Pflanzenöle auf dem Katschhof, das erstmals in NRW stattfand.

“Jährlich werden in der Region rund 350.000 Liter reines Rapsöl über 26 private Tankstellen verkauft”, bilanzierte Griese in seinem Grußwort. Nicht nur für die Betankung sei Rapsöl geeignet, sondern auch für die Stromerzeugung, wie das von “Missio” betriebene Blockkraftwerk beweise, das seit über 5.000 Stunden arbeite.

An zahlreichen Ständen präsentierten Hersteller und Nutzer das breite Spektrum rund um den erneuerbaren Treibstoff. Neben einem umgerüsteten Kehrwagen, der seit einigen Wochen eingesetzt wird (wir berichteten), war ein Tourenwagen des Rennfahrers Paul Martin Dose der Star.

Dose, der seit 1997 alternativen Kraftstoffen experimentiert, startete beim 24-Stunden-Rennen für Tourenwagen des ADAC-Nordrhein auf dem Nürburgring mit seinem Pflanzenöl-Audi A3 R-TDI. “Er war ein sehr turbulentes Rennen, was aber in keinem Fall am “Hochleistungsbrennstoff” Salatöl lag”, schmunzelte der 49-Jährige.

“Wir haben den Beweis angetreten, dass der alternative Brennstoff auch in extremen Situationen, wie sie beim Rennsport an der Tagesordnung sind, funktioniert, und deshalb sollten viel mehr Menschen den Schritt wagen, auch ihre privaten Fahrzeuge umzurüsten”, meinte Dose und wies darauf hin, dass das Pflanzenöl mit rund 0,65 Euro je Liter auch noch den Geldbeutel schont. Abgerundet wurde das “3. Pflanzenölfahrertreffen” durch interessante Vorträge in der Domsingschule.

Source: Aachener Zeitung.de vom 2004-06-20.

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