22 Juni 2016

Mit „Öko-Trafos“ Mineralöl ersetzen

Landesweites Pilotprojekt der Netze BW - Eine der ersten Anlagen wurde in Sielmingen installiert

Die EnBW-Tochter Netze BW testet großflächig den Einsatz von Pflanzenöl als Isolator in Transformatoren. Eine der ersten Ortsnetzstationen, die mit einem Öko-Trafo ausgestattet wurde, steht seit kurzem in Sielmingen. Allein mit der Testserie sollen 37 Tonnen Mineralöl eingespart werden.

Auf den ersten Blick unscheinbar wirkt die neue Ortsnetzstation in der Sielminger Scheffelstraße. Doch in ihrem Innern arbeitet eine echte Innovation: Der Trafo, der den Strom von 10.000 Volt auf die in Haushalten und Betrieben üblichen 400/230 Volt herunterspannt, arbeitet mit biologisch abbaubarem Pflanzenöl. Rund 100 ihrer rund 26.500 Stationen in Baden-Württemberg will die Netze BW in den nächsten Monaten mit den grün gestrichenen „Öko-Trafos“ ausstatten. In rund zwanzig von ihnen wird ein Jahr lang wissenschaftlich erforscht, ob das bisher gebräuchliche Mineralöl durch ‚Bioöl‘ ersetzen könnte. Die Ortsnetzstation in Sielmingen gehört dazu.

Spezielle Messsysteme sollen die Betriebsdaten des vorwiegend aus Raps gewonnenen Isoliermittels auswerten. Untersucht wird am Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH) der Uni Stuttgart vor allem das Verhalten unter verschiedenen klimatischen Bedingungen wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit oder starker UV-Strahlung. Siemens hat die Trafos in Ungarn speziell für die Netze BW hergestellt. Mit der ökologischen Begleitforschung ist das Institut für Energie- und Umweltforschung aus Heidelberg (IFEU) betraut.

Insgesamt rechnet die Netze BW mit einem Investitionsvolumen von gut 600.000 Euro, einschließlich des Mehraufwands für den Pilotversuch. „Auf diesem Weg sind wir bisher der einzige Verteilnetzbetreiber in Deutschland“, so Martin Konermann, technischer Geschäftsführer der Netze BW. Für ihn bedeutet das Projekt „einen weiteren Schritt auf dem Weg, mit Innovationen im Netzbetrieb ‚spitze‘ zu sein und dabei den Umweltschutzgedanken konsequent zu verfolgen“.

Source: Netze BW, Pressemitteilung, 2016-06-15.

Supplier

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email