2 Februar 2015

Mit Biomethan auf der Überholspur

Fachkongress für Biokraftstoffe zeigt: Biomethan wertvolle Säule der Verkehrswende - THG-Quote wichtiges Signal für den Klimaschutz - Handbremse bei Biomethan muss gelöst werden

Berlin. Die Energiewende ist mehr als eine Stromwende. Auch der Verkehrssektor muss dringend klimafreundlicher gestaltet werden. Mit diesem Ziel sind am 19. und 20. Januar mehr als 500 Teilnehmer aus über 30 Nationen der Einladung von fünf Verbänden der deutschen Bioenergiebranche gefolgt, um sich über die „Kraftstoffe der Zukunft“ auszutauschen.

Horst Seide, Präsident des Fachverband Biogas e.V., erklärte auf der heutigen Biomethan-Veranstaltung im Rahmen des Leitkongresses der Biokraftstoffbranche: „Mit Biomethan hat die Zukunft bereits begonnen! Die Erfolgsgeschichte von Biomethan im Kraftstoffsektor beweist, dass die Trendwende hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung auch im Verkehr möglich ist.“
Biomethan habe sich innerhalb weniger Jahre fest im deutschen Kraftstoffmix etabliert: Bereits ein Drittel der deutschen Erdgas (CNG)-Tankstellen bietet heute schon Biomethan an den Zapfsäulen an. Wer Biomethan tankt, spart bares Geld und schützt obendrein noch das Klima: Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen spart pro gefahrenem Kilometer im Vergleich zur fossilen Referenz mehr als 90 Prozent an klimaschädlichem CO2 ein.Seit dem 1. Januar 2015 gilt die gesetzliche „Treibhausgasminderungspflicht“, die die Unternehmen der Mineralölwirtschaft verpflichtet, den Treibhausgasausstoß zunächst um 3,5 Prozent – gemessen an den in Verkehr gebrachten Kraftstoffmengen – zu reduzieren. Bis 2020 steigt dieser Wert auf 6 Prozent. „Durch die THG-Quote gibt es für die Produzenten einen Anreiz, ihre Klimabilanz in der Produktionskette beständig zu verbessern. Das ist vorbildlich in Sachen Transparenz und Akzeptanz und wird den hohen Ansprüchen gerecht, die die Öffentlichkeit zu Recht an eine nachhaltige Biokraftstoffproduktion und –nutzung stellt“, erklärte Seide.

Gleichzeitig müsse man jedoch darauf achten, dass die Erfolgsgeschichte Biomethan durch anfängliche Unsicherheiten und fehlende Regelungen im neuen THG-Quoten-Regime nicht unterbrochen werde: „Viele Fragestellungen rund um die Quote sind für Biomethan leider noch ungeklärt. Daher sind die Marktakteure derzeit stark verunsichert“, bedauerte Seide, der selbst mehrere Biomethan-Tankstellen betreibt. „Der Fachverband Biogas hat sich im Zuge der Gesetzgebungen zur Umsetzung der THG-Quote intensiv für Biomethan eingesetzt. Das Gesetz enthält folglich auch die Ermächtigung, über Verordnungen spezielle praxistaugliche Regelungen für Biomethan einzuführen. Von diesen Möglichkeiten sollte die Politik nun auch umgehend Gebrauch machen. Die Handbremse bei Biomethan muss gelöst werden!“

Der Fachkongress „Kraftstoffe der Zukunft“ findet während der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt, auf der auch der Fachverband Biogas e.V. vertreten ist. Sie finden uns vom 16. bis 25. Januar 2015 auf dem Bioenergie-Gemeinschaftsstand in der nature.tec-Halle 5.2a, Standnummer 109Die „nature.tec 2015 – Fachschau Bioökonomie“ hat sich zum Ziel gesetzt, den immer wichtiger werdenden Anteil nachwachsender Rohstoffe an unserem Wirtschaftssystem zu präsentieren und dient vor allem als Bühne für die politische Kommunikation und für die Information der Endverbraucher. In der Halle 5.2a zeigen Ministerien, Institutionen und Verbände das gesamte Spektrum der energetischen und stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

 

Über Fachverband Biogas e.V.

Der Fachverband Biogas e.V. ist mit rund 4.900 Mitgliedern Europas größte Interessenvertretung der Biogas-Branche. Er vertritt bundesweit Hersteller, Anlagenbauer und landwirtschaftliche wie industrielle Biogasanlagenbetreiber.

 

Kontakt

Fachverband Biogas e.V.
Sandra Rostek
Referatsleiterin Politik
Tel. 030/2 75 81 79 13
Mail: [email protected]

Source: Fachverband Biogas e.V., Pressemitteilung, 2015-01-20.

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