30 Januar 2009

Mit Bambus-Verbundstoff gegen die globale Erwärmung

Baumaterial für Fertigelemente und Bauteile gewinnt ALTRAN-Innovationspreis 2009

“CO2-Reduktion, die technologische Herausforderung unserer Zeit” – unter diesem sehr aktuellen Motto stand der 12. Innovationspreis der Stiftung des Technologie- und Innovationsconsulting-Unternehmens ALTRAN. Jetzt wurde das Siegerprojekt feierlich in Paris bekanntgegeben: Gegen insgesamt 158 internationale Mitbewerber konnte sich die “Bewohnbare CO2-Senke” von Francisco Gallo Mejía durchsetzen. Der spanische Wissenschaftler von der Universität des Baskenlandes (San Sebastián) konnte die internationale Jury mit seinem innovativen Bambus-Verbundstoff überzeugen, mit dem eine nachhalige Architektur möglich ist.

Mit der Innovation des Preisträgers, einem Bambus-<br />verbundstoff, ist neben der CO<sub>2</sub>-Reduzierung <br />ein nachhaltiges, kostengünstiges und einfaches <br />Bauen möglich.”></td>
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verbundstoff, ist neben der CO2-Reduzierung
ein nachhaltiges, kostengünstiges und einfaches
Bauen möglich.

Die Bambusart Guadua angustifolia Kunth, die schon seit Jahrhunderten in tropischen Gebieten unter anderem zum Bau von einfachen Gebäuden verwendet wird, nimmt besonders viel Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf. Durch Gallo Mejías innovativen Bio-Verbundstoff sind nun auch anspruchsvollere Architekturprojekte denkbar, und das zu besonders umwelt- und ressourcenschonenden Bedingungen.

“Uns hat der sehr durchdachte mehrdimensionale Ansatz überzeugt”, erklärt Christian Le Liepvre, Präsident der ALTRAN-Stiftung für Innovation. “Zum einen der Umweltaspekt: Neben der starken Bindung von CO2 durch diese Bambusart wird für die Herstellung des Bambus-Verbundstoffs besonders wenig Energie und Wasser verbraucht, deutlich weniger als bei anderen Baumaterialien wie Holz, Metall oder Ziegeln.” Außerdem seien die technischen Vorzüge dieser neuen Generation von Verbundstoffen, aus der Fertigelemente und komplette Bauteile gefertigt werden können, hervorzuheben, insbesondere hinsichtlich Gewicht, Isolierung, Recycling und Lebensdauer.

Nicht zuletzt aber besteche der soziale Aspekt: “Durch diese Innovation ist die Förderung einer lokalen nachhaltigen Bautätigkeit in Entwicklungsländern möglich”, so Le Liepvre. “So entsteht eine Reihe von Vorteilen: niedrige Herstellungs- und Transportkosten, eine höhere lokale Wertschöpfung, der Aufbau und die Förderung lokaler, dezentraler Strukturen in Verbindung mit Mikrokrediten. So erwächst ein Nutzen direkt vor Ort für die ärmeren Bevölkerungsschichten, wo großer Bedarf an Wohnraum herrscht.”

Der glückliche Gewinner Francisco Gallo Mejía <br />(Mitte) mit dem Präsidenten der ALTRAN-Stiftung <br />Christian Le Liepvre (links) und dem Vorsitzenden <br />der Jury Leopold Demiddeleer (rechts).”></td>
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(Mitte) mit dem Präsidenten der ALTRAN-Stiftung
Christian Le Liepvre (links) und dem Vorsitzenden
der Jury Leopold Demiddeleer (rechts).

Darin liegt auch – neben der Klimaschonung – eine Hauptanliegen des Siegers: “Ich freue mich unbeschreiblich, den international sehr renommierten Innovationspreis der ALTRAN-Stiftung gewonnen zu haben”, so Francisco Gallo Mejía. “Ich möchte mit der professionellen Unterstützung von ALTRAN eine konkrete neue Perspektive für Mensch, Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft schaffen.” Zusammen mit den Experten des europäischen Marktführers für Technologie-Beratung wird er nun unter anderem einen Fahrplan für Herstellung, Vermarktung, Fundraising und Vertrieb erstellen. Eine besondere Herausforderung ist außerdem die Herstellung von günstigen und einfachen Produktionsmethoden, so dass in allen Ländern der Welt mit tropischem Klima der Bambus-Verbundstoff erzeugt werden kann. Dafür erhält er nun neben einem Preisgeld von 16.000 Euro vor allem ein Jahr lang Beratungsleistungen der ALTRAN-Experten im Gegenwert von bis zu einer Million Euro.

Die Auswahl war der Jury unter dem Vorsitz von Leopold Demiddeleer nicht leicht gefallen: Eingereicht worden waren Beiträge mit den verschiedensten technologischen Ansätzen zur Kohlenstoffdioxid-Reduktion, darunter CO2-Speicher, innovative magnetokalorische und photosynthetische Verfahren. “Wir haben 2008 17% mehr Einreichungen bekommen als im Vorjahr”, so Christian Le Liepvre, “viele davon auf technologisch sehr hohem Niveau.” Diesmal wurde unter den sechs Finalisten zum ersten Mal außerdem ein Sonderpreis vergeben, über den die 18.000 ALTRAN-Mitarbeiter weltweit abgestimmt hatten: Sie zeichneten Siglinda Perathoner (Universität Messina) aus, die ein photoelektrokatalytisches Verfahren zur Rückumwandlung von 2 in Flüssigkraftstoffe vorlegte. Bei Raumtemperatur und unter Druck mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser kann das Kohlenstoffdioxid wieder in Kohlenwasserstoffe und Alkohole transformiert werden.

Stiftungs-Präsident Le Liepvre resümiert abschließend: “Im Grunde genommen sind alle sechs Finalisten Gewinner, weil sie durch den Wettbewerb große Bekanntheit erlangt haben und sie alle sehr innovative und vielversprechende Ansätze haben.”

Source: Pressetext.de, Pressemitteilung der ALTRAN Foundation for Innovation, 2009-01-21.

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