6 Januar 2010

Mit altem Brot zu neuer Energie

Wie aus kostenpflichtigem Abfall ein wertvoller Energieträger wird

Jährlich fallen in Südwürttemberg um die 10.000 Tonnen Altbrot an. Diese könnten statt aufwendig entsorgt zukünftig nachhaltig energetisch verwertet werden. Für eine der denkbaren Verwertungsmöglichkeiten hat Christian Alber, Absolvent der Hochschule Esslingen, ein Verfahren entwickelt, das den Energiegehalt des Altbrotes zum Backen frischen Brotes nutzt – und gleich ein Patent darauf angemeldet.

“Selten haben wir einen so guten Absolventen gehabt”, sagt Prof. Markus Tritschler der Fakultät Versorgungstechnik und Umwelttechnik der Hochschule Essligen. Christian Alber habe mit seiner hervorragenden Leistung ganz klar die Note 1,0 verdient. Alber: “Ab morgen könnte man die Biogasanlagen mit Altbrot versorgen”. Mitspielen müsse nur die Politik.

Die Idee, Brot auf seine energetische Verwertbarkeit zu untersuchen und eine Abschlussarbeit zu diesem Thema auszugeben, entstand aus der Zusammenarbeit der BÄKO Südwürttemberg eG und der VISIOfacto GmbH. Mit der Kombination, Studium an der Hochschule Esslingen an der Fakultät Versorgungstechnik und Umwelttechnik sowie seiner langjährigen Aushilfstätigkeit in der Filderstädter Bäckerei, hatte Alber beste Voraussetzungen sich diesem spannenden Thema zu widmen.

Die Ergebnisse seiner Arbeit zeigen großen Bäckereien ein hohes Energieeinsparpotential auf, wenn das Altbrot durch Verbrennung als Energieträger für die Backöfen genutzt werden kann. Außerdem untersuchte Alber eine weitere Möglichkeit zur energetischen Nutzung von Altbrot in Biogasanlagen und erklärte, was die Politik tun müsste, um die wirtschaftliche Nutzung auf diesem Wege zu ermöglichen.

Für eine Backofenanlage mit Thermoöltechnik kann das Altbrot verbrannt und die dabei entstehende Wärme mittels eines Thermoölkreislaufs zu den Backöfen geleitet werden, deren Energiebedarf so zum Teil gedeckt wird. Warum also Weizen, Mais oder andere Energieträger einsetzen, wenn fast der gleiche Rohstoff in großen Mengen als Abfall zur Verfügung steht?

“Erste Emissionsmessungen lassen uns sehr zuversichtlich sein, nun suchen wir noch einen Investor für die Pilotanlage”, so Alber. Unterstützt wird das Projekt von der Hochschule Esslingen, der BÄKO Südwürttemberg eG und der VISIOfacto GmbH.

Kontakt
Cornelia Mack
Referat für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Hochschule Esslingen
Tel.: 0711 – 397 – 30 08
E-Mail: Cornelia.Mack@hs-esslingen.de

Source: Informationsdienst Wissenschaft (IdW), Pressemitteilung der Hochschule Esslingen, 2009-12-22.

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