12 Februar 2007

Miscanthus zu Briketts verpressen

Nachfrage nach Biomasse steigt

Die europaweit enorme Nachfrage nach Biomasse-Rohstoffen – im besonderen auch für die thermische Nutzung – hat Johannes Furtlehner von der FH Wieselburg motiviert den Rohstoff Miscanthus auch in heizgerechte Form zu bringen. Nach langwierigen Pressversuchen mit diversen Pressmaschinen ist es uns im Herbst des Vorjahres gelungen, mit äußerst geringem Energieaufwand und ohne Beimischung von Bindemitteln hochwertige und kostengünstige Briketts herzustellen.

Derzeit wird gerade an einem Verfahren zum Pressen von Miscanthuspellets gearbeitet. Aufgrund der Anfragen scheinen für die Pflanze speziell auch im Bereich Verfeuerung beste Zukunftschancen zu bestehen – immerhin bewegt sich das durchschnittliche Ertragspotential zwischen 15 und 20 Tonnen Trockenmasse pro Hektar, das einem umgerechneten Heizwert von 6.000 – 8.000 Liter Heizöl EL entspricht.

Hintergrund
Neben der thermischen Verwertung wird Miscanthus auch als PVC-Ersatz – vom Kugelschreiber bis zum Autolenkrad; Schüttdämmung, Isolierplatten, Fensterrahmen für die Baubranche; ganze Öko-Häuser mit enormen Heiz-Einspareffekten; hochwertige Einstreu für Pferde, Kleintiere, und auch als Gartendekor- Mulchmaterial etc. eingesetzt.

Das Miscanthus-Elefantengras ist im Übrigen eine sehr genügsame Pflanze, die auch ohne Düngung ausgezeichnete Erträge liefert und nach einer dem Anbau folgenden, 2-jährigen Etablierungsphase mindestens 20 Jahre lang genutzt werden kann. Die Pflanze treibt nach der Ernte im April oder Mai wieder neu aus, wächst 3 – 4 Meter hoch, trocknet im Winter ab und liefert im darauf folgenden Frühjahr hochwertigen, sofort verwendbaren Rohstoff mit weniger als 20% Feuchtigkeit.

Inzwischen beschäftigen sich nicht nur Landwirten aus verschiedenen mittel- und osteuropäischen Ländern mit dieser Biomassepflanze, auch ein italienischer Spanplatten- und Möbelproduzent ist interessiert.

Kontakt
Johannes Furtlehner ist Student der FH Wieselburg. Durch sein Studium wurde ich auf die Pflanze Miscanthus x gigantheus aufmerksam.
Gemeinsam mit den Landwirten Karl Schweighofer und Hans Ruthner aus Stephanshart beschäftigt er sich seit längerem intensiv mit der Vermehrung, sowie der alternativen Verwertung von Miscanthus (Chinaschilf).
Telefon: +43 (0)676/ 5375357
E-Mail miscanthus@mvnet.at

(Vgl. Medungen vom 2007-02-08 und 2007-01-09.)

Source: Johannes Furtlehner, FH Wieselburg, 2007-02-09.

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