24 April 2006

Miscanthus: Oberösterreich Vorreiter bei Anbau und Heiztechnik

In Feldkirchen (OÖ) hört man das Elefantengras wachsen

Korrekt heißt das nachwachsende Heizmaterial der Zukunft Chinaschilf (Miscanthus). Geläufiger ist es als Elefantengras. Oberösterreich ist Vorreiter beim Anbau und der Heiztechnik.

Seit der Ölpreis explodiert ist, werden einst belächelte Ersatz-Energiearten plötzlich sehr ernst genommen. Mit Elefantengras, das bis zu dreieinhalb Meter hoch wird, kaum Düngung oder Unkrautvertilgung braucht und jetzt, zur Erntezeit, als braune, dürre, bambusähnliche Pflanze aus vielen Feldern ragt, wurde in Oberösterreich schon 1989 experimentiert. “Damals für die Papierherstellung, das bewährte sich aber nicht”, sagt Pflanzenbau-Experte Peter Frühwirth von der Landwirtschaftskammer.

Heizmaterial mit Zukunft

Seit zwei, drei Jahren aber ist Elefantengras ein Renner als Heizmaterial: Es kostet nur ein Viertel des Ölpreises und 25 Prozent weniger als Hackschnitzel bei gleichem Heizwert wie Weichholzhackgut. Nachteil: Die Lagerung des gehäckselten, holzigen Grases braucht viel Platz. An seiner Verarbeitung zu Pellets wird experimentiert, dann ist Miscanthus mehr als konkurrenzfähig. Drei oberösterreichische Firmen produzieren Heizanlagen für Elefantengras, das dort gut gedeiht, wo auch Körnermais wächst.

Im dritten Anbaujahr wird erstmals geerntet, das geht dann ohne viel Aufwand mindestens 18 Jahre so weiter. Zum Abernten kommen gemietete Spezialfahrzeuge in den Einsatz. Heuer wird sich die oö. Anbaufläche von 100 Hektar schlagartig verdoppeln, erstes Anzeichen eines Booms.

Nebenerwerbsbauer Rudolf Böck aus Feldkirchen ist Pionier. Er lässt seit 12 Jahren Elefantengras wachsen und heizt damit billig seinen Hof, demnächst auch den des Nachbarn. Er ist voll des Lobes über die wirkungsvolle Energiepflanze und verdient auch an der Züchtung von Wurzelstücken, die man zur ersten Pflanzung der Kulturen braucht.

(Vgl. Meldungen vom 2006-01-30 und 2005-09-08.)

Source: OÖ-Nachrichten vom 2006-04-22.

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