24 November 2005

Miscanthus-Feldtag: 8.000 Liter “Heizöl” von einem Hektar

“Miscanthus ist eine wunderbare Pflanze.” Davon sind Thomas Wiegand und Karl Lotz aus Homburg (Efze) überzeugt, als sie nach dem Miscanthus-Feldtag am 29. Oktober 2005 im Altkreis Lübbecke wieder Richtung Heimat fahren.

Das “Wunderbare” an der Pflanze Miscanthus (auch als Chinaschilf oder Elefantengras bekannt) ist, dass sie Kohlendioxid besonders effektiv in Biomasse umwandeln kann. Experten sprechen von C4-Pflanzen. Einmal angebaut (Anmerk. d. Red.: Gesamtanbaufläche in Deutschland liegt bei ca. 350-400 ha) kann sie viele Jahre auf dem Feld stehen, ohne weiter gedüngt oder bearbeitet zu werden.

Im Frühjahr, wenn die Erntemaschinen gewöhnlich in den Scheunen stehen, wird auf den Miscanthus-Feldern die trockene Biomasse eingebracht. Beim Feldtag am Samstag machten die Initiatoren Cord-Henrich Treseler in Stockhausen sowie Alfred Melcher und Harald Redeker in Oppenwehe mit verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten der Pflanze bekannt.

Ganz oben an stand das Thema Heizen mit Miscanthus. Seit sechs Wochen wird das auf dem Hof Treseler praktiziert, ganz neu in Betrieb genommen wurde die Heizanlage bei Familie Melcher. “Ein Kubikmeter gehäckselter Miscanthus wiegt etwa 130 Kilogramm, das entspricht einem Heizöläquivalent von 60 Litern. Auf einem Hektar “wachsen” quasi bis zu 8.000 Liter Heilzöl”, rechnet Alfred Melcher den interessierten Besuchern vor. Er ist überzeugt, die hohen Energiekosten für Haus und Hof so drastisch senken zu können.

Ein anderes Thema hieß “Bauen mit Miscanthus”. Frank Haverkamp und Andre Skolasti von der HASKO-Lehmsteinmanufaktur aus Bohmte demonstrierten die Vorzüge des Materials. “Wir arbeiten seit mehreren Jahren mit Lehm”, berichtete Haverkamp. Das Beimischen von Miscanthus ist noch relativ neu. “Damit atmet der Lehm besser, das ist gut für das gesunde Raumklima. Außerdem hat das Material eine hohe Dämmwirkung.” Angewendet wird dieser Baustoff besonders im Denkmalschutz, aber auch erste Neubaten werden damit errichtet. Das LuADo – Arbeits- und Lebensdorf in Oppenwehe setzt ebenfalls auf Lehm und Miscanthus, wie Stephanie Lampe die Besucher informierte.

Cord-Henrich Treseler war sehr zufrieden mit dem Miscanthus-Feldtag. “Allein in Stockhausen waren über hundert Besucher. Sie kamen nicht nur aus der Region, sondern auch aus Hessen, dem Münsterland und Niedersachsen.” Als nächster Schritt, so Treseler, soll in Oppenwehe und Stockhausen eine Gesellschaft gegründet werden, die sich der Verwertung von Miscanthus widmet.

Bild

In knapp drei Metern Höhe reckt sich eine Miscanthus-Blüte der Herbstsonne entgegen.
Foto: ELKE RÜGER

(Vgl. Meldung vom 2005-09-08.)

Rückfragen
Elke Rüger (Freie Journalistin Dipl.journ.)
Tel.: +49(0) – 57 71 34 16
E-Mail: elke.rueger@web.de

Source: Persönliche Mitteilung Elke Rüger vom 2005-11-23.

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