8 November 2006

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eröffnet “Bio-Europe” in Düsseldorf: Mit BIO.NRW wird Nordrhein-Westfalen zum führenden Biotechnologie-Standort in Deutschland

Biotechnologische Innovations-Offensive fördert Wissens- und Technologietransfer und junge Wissenschaftler / Landesregierung plant Landesinnovationsfonds aus Privatisierungserlösen

Nordrhein-Westfalen soll zum führenden Standort für Biotechnologie in Deutsch­land werden. Das hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers am 6. November 2006 in seiner Eröffnungsrede auf dem Kongress “Bio-Europe” in Düsseldorf angekündigt: “Das Ziel ist, Nordrhein-Westfalen zum Land der Biowissenschaften zu machen.”

Der Ministerpräsident kündigte den Start der biotechnologischen Innovations-Offensive BIO.NRW an, die das Landeskabinett in seiner letzten Sitzung beschlossen hat und für die bis 2015 insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollen. “BIO.NRW ist ein Kernelement unserer Innovationsstrategie für Nordrhein-Westfalen”, sagte Rüttgers. Das Geld werde zielgerichtet dort eingesetzt, wo es insbesondere als Anschub für zusätzliche Investitionen aus Wissenschaft und Wirtschaft sorge.

Mit BIO.NRW und dem damit verbundenen umfangreichen Maßnahmenpaket will Nordrhein-Westfalen Entwicklungen auf dem Gebiet der Biotechnologie in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft weiter vorantreiben, den Transfer unterstützen, Innovationshemmnisse abbauen und den internationalen Markt stärker erreichen.

Ministerpräsident Rüttgers: “Dass Deutschland in der Biotechnologie vorne mitspielt, liegt auch an Nordrhein-Westfalen. Der Erfolg beim BioRegio-Wettbewerb hat in den neunziger Jahren einen echten Gründungsboom ausgelöst. Nordrhein-Westfalen ist heute schon ein Spitzenstandort für die biotechnologische Forschung. Auf diese Erfolgsgeschichte sind wir stolz.” Als “ganz persönliches Anliegen” bezeichnete Rüttgers daher das Vorhaben, “die führende Position Nordrhein-Westfalens als Biotech-Standort weiter voranzutreiben und dafür optimale und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.”

Um dies zu erreichen, investiert Nordrhein-Westfalen im Rahmen der BIO.NRW in Grundlagenforschung, baut Innovationsplattformen aus, verbessert die Rahmenbedingungen für Biowissenschaften und richtet den Biotechnologie-Standort NRW stärker international aus. Eine Voraussetzung dafür sei “ein gut funktionierender Wissens- und Technologietransfer.” BIO.NRW vernetze daher die Biotech-Branche in Nordrhein-Westfalen: “Wir setzen dabei verstärkt auf die Weiße Biotechno­logie, die Systembiologie und die regenerative Medizin.”

BIO.NRW sorge darüber hinaus für die Qualifikation von Nachwuchswissenschaftlern. Außerdem werden mit BIO.NRW jungen Wissenschaftlern die besten Chancen zur Gründung eines eigenen Unternehmens eröffnet: “Dafür haben wir gemeinsam mit der landeseigenen NRW-Bank zukunftsweisende Finanzierungsinstrumente entwickelt, beispielsweise den Gründerfonds für Hochschulabsolventen oder die neuen regionalen Seed-Fonds der NRW.Bank für technologieorien­tierte Unternehmen. Der erste dieser regionalen Fonds geht jetzt in Dortmund an den Start”, erläuterte der Ministerpräsident.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Landesregierung erhebliche Mittel investiert, um zusätzliche Forschungskapazitäten zu schaffen: “In Dortmund hat eine neue lebenswissenschaftliche Innovationsplattform ihre Arbeit aufgenommen. Die Landesregierung unternimmt alles, um ein neues Max-Planck-Institut für die Erforschung der Molekularbiologie des Alterns in Köln anzusiedeln, für das 30 Millionen Euro Landesmittel bereitstehen.

Die Degussa AG investiert in Marl gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen in ein neues Science-to-Business-Center für Weiße Biotechnologie, das mit 12 Millionen Euro gefördert wird. Und kürzlich ist der Startschuss gefallen für ein neues Netzwerk der industriellen Biotechnologie, an dem sich die Unternehmen Degussa, Bayer, Lanxess, Cognis, Henkel sowie weitere kleine und mittlere Unternehmen beteiligen.”

Ministerpräsident Rüttgers zeigte sich überzeugt, dass die steigenden Investitionen des Landes in Forschung und Entwicklung für einen zusätzlichen Innovationsschub sorgen: “Zusätzlich zu den mehr als 8 Milliarden Euro, die das Land dafür bis 2010 bereitstellt, planen wir einen Landesinnovationsfonds aus Privatisierungserlösen. Und wir haben beschlossen, mindestens die Hälfte aller verfügbaren Fördermittel der Europäischen Union im Rahmen des neuen Ziel 2-Programms für Forschung und Entwicklung vorzusehen.”

Source: Presseservice NRW vom 2006-11-06.

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