2 Juni 2005

Minister Ehlen: Forstpolitik auf europäischer Ebene besser koordinieren, Privatwald unterstützen

HANNOVER. Während der Veranstaltung “Wirtschaftsfaktor Wald – Sozioökonomische Perspektiven eines erweiterten Europas” Ende Mai 2005 in Brüssel präsentierte sich der Forst- und Holzsektor im Schulterschluss gegenüber den europäischen Institutionen, um die Stärken und Schwächen eines europäischen Forstmodells aufzuzeigen.

Die Minister Josef Miller und Hans-Heinrich Ehlen aus Bayern und Niedersachsen sowie der Zentralverband der Europäischen Waldbesitzer (CEPF) hatten aufgrund der derzeit bedeutenden Phase in der EU-Forstpolitik zu der Veranstaltung in Brüssel eingeladen. Der EU-Aktionsplan für die nachhaltige Waldbewirtschaftung, der die europäischen Entscheidungsträger und Interessenvertreter in den nächsten Monaten beschäftigen wird, sowie die neusten Entwicklungen in der Richtlinie zur ländlichen Entwicklung (ELER) bildeten die Kernthemen der Veranstaltung.

Deutlich wurde, dass eine eigene EU-Forstpolitik nach wie vor von keinem Land gewollt ist, dass es jedoch wichtiger Veränderungen bedarf, um die Forstpolitik auf europäischer Ebene besser zu koordinieren. Einigkeit bestand darüber, dass nachdem die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit in den letzten Jahren im Vordergrund der EU-Politik standen, es nun an der Zeit ist auch die ökonomischen und sozialen Belange der europäischen Wälder wieder stärker zu beachten.

Sowohl die Holzindustrie als auch die staatlichen Vertreter waren sich darüber einig, dass den Privatwaldbesitzern eine besondere Schlüsselrolle für den Erfolg der forstwirtschaftlichen Aktivitäten zukommt. Nur 55% des Zuwachses an Holz werden in der EU genutzt, daher können noch erhebliche Holzreserven mobilisiert werden. Diese stehen besonders in kleinen und mittelgroßen Privatwäldern.

“Fällt die finanzielle Unterstützung der Waldbesitzervereinigungen weg, wie es im derzeitigen Entwurf der EU-Kommission zur Entwicklung des ländlichen Raumes vorgesehen ist, würden wichtige Strukturen zerschlagen und neue gar nicht erst entstehen. Das Ziel der “Hilfe zur Selbsthilfe” würde dann bei den Waldbesitzerzusammenschlüssen verfehlt. Dieser Entwicklung versuchen wir zu begegnen” sagte Minister Ehlen während des Treffen den Teilnehmern zu.

(Vgl. Meldung vom 2005-05-24.)

Source: Nds. Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 2005-06-02.

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