24 Mai 2005

Miller fordert EU-Clusterstudien Forst und Holz

Die Forst- und Holzwirtschaft ist in der erweiterten Europäischen Union ein herausragender Wirtschaftsfaktor, dessen gewaltige Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft sind. Darauf hat Forstminister Josef Miller bei einer forstpolitischen Tagung in Brüssel hingewiesen.

Die Bundeswaldinventur habe gezeigt, dass Bayern bisher lediglich 60 Prozent nutzt. Einem Zuwachs von jährlich rund 33 Millionen Kubikmeter Holz steht hier ein Einschlag von 20 Millionen Kubikmeter gegenüber. Da in vielen europäischen Mitgliedsstaaten ein ähnliches Verhältnis besteht, regte Miller an, europaweite Clusterstudien Forst und Holz in Auftrag zu geben, wie derzeit eine in Bayern erarbeitet wird. “Daraus können Leitlinien für die positive Entwicklung und einen zielgerichteten Ausbau der Forstwirtschaft auf europäischer Ebene erarbeitet werden”, sagte der Minister.

Angesichts des enormen Stellenwertes der Forst- und Holzbranche für Umwelt, Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Europa ist es nach Überzeugung Millers unabdingbar, diesem Wirtschaftszweig verlässliche Rahmenbedingungen zu verschaffen. Durch immer neue Richtlinien und Vorschriften drohe eine Störung der nachhaltigen Entwicklung der Forstwirtschaft. Der Wald dürfe nicht einseitig zur ökologischen Spielwiese umfunktioniert werden. “Nur wenn Ökonomie und Ökologie in Einklang stehen, lassen sich die vielfältigen Leistungen des Waldes für die Waldbesitzer und die Gesellschaft sichern”, sagte der Minister wörtlich. Er fordert deshalb europaweit eine Stärkung der forstlichen Zusammenschlüsse.

In der erweiterten Union gibt es nach derzeitigen Schätzungen 15 Millionen Waldbesitzer, davon 700.000 in Bayern, mit rund 160 Millionen Hektar Wald (Bayern: 2,5 Millionen Hektar). Die Branche mit 3,4 Millionen Beschäftigten (Bayern: rund 70.000) erwirtschaftet rund 360 Milliarden Euro (Bayern: rund 9 Milliarden Euro).

(Vgl. Meldungen vom 2005-05-18, 2004-10-29 und 2004-10-01.)

Source: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten vom 2005-05-24.

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