5 November 2007

Mikroalgen verwandeln CO2 aus Abgas in Biomasse

E.ON Hanse und Stadt Hamburg bauen großtechnische Pilotanlage

Die Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg und der Energieversorger E.ON Hanse haben heute zusammen mit dem Forschungskonsortium TERM (Technologie zur Erschließung der Ressource Mikroalge) in Hamburg den Grundstein für ein europaweit einmaliges Forschungsprojekt gelegt: Eine Mikroalgenproduktionsanlage wird mit einem konventionellen Heizkraftwerk gekoppelt. Dabei sollen die Mikroalgen bis zu 80 Prozent des Kohlendioxids aus den Abgasen in Biomasse umwandeln.

“Die theoretische Machbarkeit ist bestätigt und die labortechnische Entwicklung abgeschlossen. Jetzt soll sich dieses Verfahren im praktischen Einsatz bewähren. Und dazu will E.ON Hanse einen Beitrag leisten”, erläuterte Hans-Jakob Tiessen, Vorstandsvorsitzender der E.ON Hanse AG, anlässlich der Vorstellung des Projektes. “Die E.ON Hanse AG stellt sich bereits seit Jahren ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für Klimaschutz und erneuerbare Energien. Deshalb unterstützen wir auch dieses Projekt und wollen so gemeinsam mit unseren Partnern einen ganz neuen Weg zur CO2-Minderung beschreiten.”

Mit finanzieller Unterstützung der Hamburger Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung startet dieses Projekt, das auf eine Initiative aus der Hamburger Bürgerschaft zurückgeht. Dabei wird eine einen Hektar große Pilotanlage aus so genannten Bioreaktoren auf dem E.ON Hanse-Betriebsgelände in Hamburg Reitbrook errichtet. Aus einem Heizkraftwerk von E.ON Hanse werden dann die Abgase als Nährstoff zugeführt, deren CO2-Bestandteile die Mikroalgen unter Einwirkung des Sonnenlichtes in wertvolle Biomasse umwandeln. Diese Biomasse kann dann regelmäßig abgeschöpft und zu Biodiesel oder Biogas weiterverarbeitet werden. Der Vorteil der Mikroalgen gegenüber Raps oder Mais: Die Algen wachsen zehn bis 30-mal schneller, produzieren also mehr energiereiche Biomasse und vernichten dementsprechend mehr CO2.

Dr. Martin Kerner Projektleiter von TERM sagte zu den Zielen dieses Vorhabens: “Wir wollen mit dieser Anlage die Effizienz der CO2-Reduzierung aus Abgasen optimieren und die Produktion von Algenbiomasse um das zwei – bis dreifache gegenüber herkömmlichen Technologien steigern. Gleichzeitig soll die Kopplung einer Mikroalgenproduktionsanlage mit einem Kraftwerk verfahrenstechnisch optimiert werden. Nach unseren Erwartungen wird die Technologie in zwei bis fünf Jahren wirtschaftlich sein und einen effektiven Beitrag zur Vermeidung von CO2-Emissionen leisten.”

(Vgl. Meldungen vom 2007-07-27, 2007-07-02 und 2006-05-10.)

Source: E.ON Hanse AG, Pressemitteilung, 2007-11-02.

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